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23. Januar 2023

Wärmendes Essen und wärmende Begegnungen für alle

Remchinger Vesperkirche lädt eine Woche lang ins Wilferdinger Gemeindehaus ein


In den kommenden Tagen wird in der Küche des evangelischen Gemeindehauses geschält, geschnitten und gehobelt, was das Zeug hält: Am Sonntag, 22. Januar, startet die Remchinger Vesperkirche. Sechs Tage lang gibt es dort ein warmes Mittagessen für einen Euro und dazu kostenlos, Getränke, Kaffee und Kuchen. Die Einladung richtet sich vor allem an Menschen mit schmalem Geldbeutel: „Alte und junge Menschen ohne Arbeit, aber auch Einsame, Erschöpfte, Hilfe- und Wärmesuchende aus der Umgebung dürfen kommen, das Essen und die Gemeinschaft genießen. Wir wünschen uns, dass die Vesperkirche ein wertvoller Begegnungsraum wird, wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen“, bringt Karl-Heinz Stengel die Idee auf den Punkt. Er ist Vorsitzender der Remchinger Diakoniestation, die die Aktionswoche gemeinsam mit über 60 Ehrenamtlichen stemmt. Schon jetzt sei die Hilfsbereitschaft und die Resonanz an Geld- oder Kuchenspenden besonders.

Die zündende Idee hatte Matthias Burger, der mittendrin am Herd steht. Der Schreiner und Raumausstatter kocht leidenschaftlich gerne – auch, wenn der Tisch mal etwas voller sitzt. Zusammen mit seiner Frau Monika hat er eine Woche Urlaub genommen, um fürs Mittagessen zu sorgen: „Wir wollten bewusst etwas für die Menschen tun, das ohne Umwege direkt ankommt. Alles wird teurer und 2023 wird bei vielen leider nicht so rosig aussehen.“ Im Gespräch nach einem Gottesdienst stießen sie bei Stengel sofort auf offene Ohren, auch die drei evangelischen Kirchengemeinden und die Kommune waren als Unterstützer gleich dabei. Wichtig ist dem Team Qualität und frische Zubereitung: „Kartoffeln, Eier, Äpfel oder Linsen holen wir direkt von den Bauern, Fleisch vom Metzger und Backwaren bekommen wir von den Bäckern“, verdeutlicht Burger, der auch vegetarische Alternativen auf dem Speiseplan hat. Los geht es mit Gulasch und Spätzlen – von Hand geknetet und gepresst, versteht sich. Die Größenordnung kann Burger nicht aus der Ruhe bringen: „Man salzt eben von Hand statt mit dem Streuer und presst den Teig zu zweit ins große Wasserbad.“

„Die dunkle Zeit nach Weihnachten ist mit am schwierigsten für unsere Zielgruppen. Bei uns können sie sich nicht nur mit Essen, sondern auch Gesprächen und kleinen Ermutigungen aufwärmen“, verdeutlicht Stengel, der täglich mit 100 Besuchern rechnet – aber noch gespannt ist, wie viele es tatsächlich werden: „Die Türen stehen sperrangelweit offen und jeder ist eingeladen, ganz egal welcher Herkunft oder Religion.“ Sein großer Wunsch sei es, mögliche Hemmschwellen zu überwinden – so appelliert er auch, andere mitzubringen oder an die Hand zu nehmen: „Wer nicht kommt, versäumt echt etwas!“ In fünf Sprachen hat die Station Einladungen verteilt – unter anderem im Tafelladen, der Kleiderstube oder beim Sozialen Wohnen. Bisher kennt man Vesperkirchen vor allem aus Städten: „Aber der Ansturm auf den Tafelladen zeigt uns, dass auch im ländlichen Raum viele Menschen leben, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Aus den Erfahrungen könne sich dann zeigen, wie es weitergehe – auch Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon hatte in der Vergangenheit schon die Idee eines Mittagstisch-Angebots für Menschen mit schmalem Geldbeutel geäußert.

Die Vesperkirche beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Wilferdinger Christuskirche. Bis Freitag, 27. Januar, gibt es dann täglich ab 11.30 Uhr im Gemeindehaus am Kutscherweg 13 Mittagessen für einen Euro sowie kostenlose Getränke, Kaffee und Kuchen. Fahrdienste können bei der Diakoniestation gebucht werden.

jza

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen der Remchinger Vesperkirche beim Diakonievorsitzenden Karl-Heinz Stengel (von links) sowie Monika und Matthias Burger, die unterstützt von 60 weiteren Ehrenamtlichen eine Woche lang für den guten Zweck am Herd stehen. Foto: Zachmann

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

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