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24. Juli 2023

Auch mit weniger Mitteln will Kirche in der Region weiter wachsen

Evangelischer Kirchenbezirk Badischer Enzkreis präsentiert Einsparpläne nach landeskirchlichen Vorgaben


Weniger finanzielle Zuschüsse heißt nicht gleich weniger geistliches Leben in den Gemeinden. Das verdeutlichte am Freitagabend die Synode des evangelischen Kirchenbezirks Badischer Enzkreis. Nach intensiven Vorplanungen in den vergangenen drei Jahren präsentierten die Vertreter der Kirchengemeinden im Singener Paul-Gerhardt-Haus erstmals öffentlich ihre Pläne, mit denen sie das gebotene Einsparziel der Landeskirche erfüllen wollen. Wie berichtet muss die Landeskirche aufgrund rückläufiger Kirchensteuer, aber auch Herausforderungen wie klimagerechte Ertüchtigungen bis ins Jahr 2032 30 Prozent einsparen – sowohl bei Pfarrstellen als auch bei den Bauförderungen für kirchliche Gebäude.

Den Rotstift gab die Landeskirche dabei den Bezirken selbst in die Hand, um im Rahmen des Strategieprozesses „ekiba 2032“ vor Ort Priorisierungen durchzuführen. Diese können nun noch einmal intensiv in den Gemeinden diskutiert werden. Sofern es keine Einsprüche gibt, greifen die ersten Maßnahmen für Gebäude ab 2024, die Stellenreduktion später. Aber auch mit weniger Mitteln soll das kirchliche Leben vor Ort erst recht noch lebendiger werden, verdeutlichte Dekan Christoph Glimpel und distanzierte sich klar vom Begriff einer „Gebäudeampel“.

Rot sei keineswegs gleichzusetzen mit Schließung oder gar Abriss: Für „rote“ Gebäude entfalle lediglich die bisherige Beteiligung der Landeskirche in Höhe von 50 Prozent an den Baumaßnahmen. Wenn die Gemeinden selbst die Kosten nicht schultern können, seien der Kreativität in Sachen Fundraising, Untervermietung oder gemeinsame Nutzung als „Dorfgemeindehaus“ keine Grenzen gesetzt – ebenso wenig wie bei den Stellen, die durch Spendenträgerschaft auch wieder mehr werden können.

Dabei soll die Zusammenarbeit in den drei neuen Kooperationsräumen West (Langenalb, Marxzell, Weiler, Dietenhausen, Ellmendingen, Nöttingen, Singen, Wilferdingen, Dietlingen), Mitte (Königsbach, Stein, Bilfingen, Ersingen, Eisingen, Ispringen) und Ost (Göbrichen, Bauschlott, Dürrn, Kieselbronn, Niefern, Öschelbronn) deutlich gestärkt werden. Außerdem beschloss die Synode am Freitag einstimmig die Grundsatzentscheidungen, dass Mission im Zweifelsfall wichtiger sei als Organisationserhaltung, Mündigkeit und Beteiligung wichtiger als schlichte Versorgung und Betreuung und Innovation wichtiger als Verteilungsgerechtigkeit.

Von den 40 Kirchen, Gemeindehäusern und Gemeindezentren des Bezirks – Kindergärten bleiben außen vor – erhalten neun die Farbe „grün“. Sie liegen zentral, sind auch für die übergemeindliche Arbeit wichtige Anlaufpunkte und sollen in den nächsten Jahren mit Landeskirchenmitteln klimaneutral ertüchtigt werden: Dazu gehören die Kirchen Wilferdingen, Eisingen und Dürrn sowie die Gemeindehäuser Ellmendingen, Singen, Königsbach, Bauschlott, Öschelbronn und Ispringen (Pfarrscheuer). Durch den glücklichen Umstand ihrer staatlichen Mitfinanzierung erhalten zudem die Kirchen in Dietlingen, Ellmendingen, Weiler, Langenalb-Marxzell, Nöttingen, Ispringen, Stein und Niefern einen „hellgrünen“ Status mit gesicherter Finanzierung.

Gemeinden mit grünen Gebäuden erhalten aber auch ein Rot. So sollen zwölf Gebäude ab 2024 keine landeskirchliche Baubeihilfe mehr bekommen: die evangelischen Kirchen Dietenhausen, Singen, Ersingen, Göbrichen und Öschelbronn sowie die evangelischen Gemeindehäuser Nöttingen (zwei), Wilferdingen, Eisingen (unteres), Ispringen und Dürrn sowie das Gemeindezentrum Bilfingen. Elf weitere Gebäude stehen auf „gelbem“ Status – ihre Baubeihilfe wird voraussichtlich bis 2029 geklärt.

Die Stellen sollen sich von aktuell 15 Pfarr- und vier Diakonenstellen schrittweise bis ins Jahr 2036 auf zwölf Pfarr- und eine Diakonenstelle reduzieren (frei finanzierte nicht mitgerechnet). Pfarrwohnsitze sind ab 2036 noch in Langenalb, Ellmendingen, Nöttingen, Singen, Königsbach, Stein, Eisingen, Ispringen, Göbrichen, Kieselbronn, Niefern und Öschelbronn vorgesehen – die Pfarrhäuser Dietlingen, Weiler, Wilferdingen und Bauschlott sollen entfallen – zumindest auf dem Papier. Denn ohnehin seien die Pfarrer bis dahin nicht mehr ortsgebunden, sondern hätten gemeindeübergreifende Zuständigkeiten.

Dabei seien unbesetzte Stellen weniger ein Problem der Finanzierung, sondern vielmehr des Nachwuchsmangels: „Wir müssen massiv um nachkommende Theologinnen und Theologen werben“, unterstrich Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann, der den Kirchenbezirk im Laufe der Strategie beraten hatte und am Freitag durch eine Gruppenarbeit führte. Diese verdeutlichte zahlreiche Potenziale und Chancen der stärkeren Zusammenarbeit.

Das ausführliche Strategiekonzept ist auf der Homepage des Kirchenbezirks unter www.badischer-enzkreis.de einzusehen.

jza


Zur Synode des evangelischen Kirchenbezirks Badischer Enzkreis gehörte auch eine Gruppenarbeit zu neuen Chancen und Potenzialen, die Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann (vorne) moderierte. (Foto: Julian Zachmann)

Durch den Strategieprozess des evangelischen Kirchenbezirks Badischer Enzkreis führten Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann (von links), Schuldekan Daniel Dettling Dekans-Stellvertreter Markus Mall, Referent Claudius Schillinger, Synodenvorsitzende Ute Schlumberger-Maas, Stephan Guigas und Dekan Christoph Glimpel. (Foto: Julian Zachmann)

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