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17. Mai 2020

Gastkommentar: So sollte es nicht bleiben

Andreas Beier bezieht Stellung zu den Covid 19 Vorfällen bei Müller Fleisch und weiteren Großbetrieben.


Die zahlreichen Infektionsfälle in der Fleischindustrie wie zum Beispiel bei Müller in Pforzheim und die dort praktizierten Arbeits- und Wohnbedingungen haben uns veranlasst, Innungsmeister und Remchinger Metzgermeister Andreas Beier um einen Gastbeitrag zu bitten:

"Ganz ehrlich, ich verstehe die Vermischung zwischen Covid 19 und billigem Fleisch nicht so richtig. Für mich sind dies zwei unterschiedliche Dinge.

Es ist für mich als langjährigem Unternehmer und Sozialdemokrat nicht möglich mit Mitarbeitern so umzugehen, wie dies der Praxis in der Billig-Fleisch-Industrie offenbar üblich ist.

Das bedeutet, es wäre für mich unmöglich, Mitarbeiter aus Billiglohnländern zu „importieren“ und in lagerartigen Unterkünften unterzubringen.

Es ist doch klar, dass jeder Unternehmer genau informiert ist, wie seine Mitarbeiter und auch die, die  indirekt mit dem Unternehmen zu tun haben, wohnen und leben.

Leider werden diese Mitarbeiter nach Kilogramm bezahlt. Das heißt, das was sie an Fleisch geschlachtet, ausgebeint, zubereitet haben wird bezahlt.

Also reden wir hier von Akkord Arbeit. Wer schon mal Akkord gearbeitet hat, weiß dass es unter diesen Bedingungen unmöglich ist, die Hygieneregeln einzuhalten. Die werden ja auch nicht bezahlt, weil es keine Kilogramm bringt.

Die Menschen, die bei uns aus anderen Ländern kommen und arbeiten möchten, um schnell viel Geld zu verdienen, würden keinen Vermieter finden, der ihnen etwas Vernünftiges zu annehmbaren Preisen vermietet. Das gibt der aktuelle Wohnungsmarkt nicht her. Da kommen dann Vermieter ins Spiel die mit heruntergewirtschafteten Objekten mit Hilfe heilloser Überbelegung versuchen, eine Menge Geld zu verdienen.

Der Politik ist dies schon lange bekannt. Die Vorschriften werden immer mal wieder verschärft, doch die Industrie hat ihre Spezialisten, um die Vorschriften zu umgehen.  

Wir haben hier in Remchingen ein schönes Beispiel, wie es auch anders geht.

In unserem Löwen wurden für Mitarbeiter Zimmer renoviert. Jedes natürlich einfach um überschaubare Kosten zu gewährleisten. Aber jedes Zimmer hat eine eigene Toilette und Dusche. Hier können durchaus die Hygieneregeln eingehalten werden. Natürlich verdient man sich so keine goldene Nase.

Nun zum Billigfleisch. Fleisch ist ein richtiger Ramschartikel geworden, es hat schon lange nicht mehr die Wertigkeit dies es verdient. Fleisch und damit auch Schinken und Wurst sind Genussmittel. So sollten sie verwendet und bearbeitet werden.

Die Verbraucher, die sich immer mehr mit der Herkunft und der Schlachtweise von Fleisch beschäftigen, werden entweder Vegetarier oder sie kaufen direkt auf dem Hof ein. Wenn es nach meiner Meinung gehen würde, hätte das Fleisch eine Kennzeichnung die wie folgt aussehen würde:

  1. Direkt vom Hof, auf dem das Tier aufgewachsen ist und vor Ort geschlachtet wird.
  2. Von Metzgereien, die noch ein eigenes Schlachthaus haben und die Tiere dort auch schlachten.
  3. Von Metzgereien, die bei einem Kollegen schlachten lassen. 
  4. Von Metzgereien, die noch Tierhälften geliefert bekommen und verarbeiten.
  5. Von Metzgereien, die ausgebeintes Fleisch bekommen, um ihre Wurst zu produzieren
  6. Das Fleisch an der Supermarkttheke 

So lange es eine solche aussagekräftige Kennzeichnung nicht gibt, sollte der Verbraucher fragen und selbst klassifizieren."

Andreas Beier

Andreas Beier - Foto: Matthias Käser

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

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