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14. Juni 2022

Moderner „On-demand-Verkehr“ soll Erfolgsgeschichte des Anrufsammeltaxis weiterschreiben

Remchingen, Keltern und Enzkreis arbeiten an gemeinsamem Nahverkehrsprojekt zu Randzeiten / In Zukunft deutliche höhere Zuschusskosten


Kaum ging das abendliche Ausgehen und Feiern nach Corona wieder los, füllten sich auch wieder die Plätze des Anrufsammeltaxis (AST) zwischen Remchingen und Keltern. Doch nicht nur bei Jugendlichen und am Wochenende steht das von den Gemeinden und dem Kreis bezuschusste Verkehrsangebot hoch im Kurs – auch unter der Woche schätzen Jung und Alt die für die Nutzer günstige Verbindung, die sie zu Randzeiten, in denen der Bus nicht mehr fährt, sicher befördert.

„Seit über 20 Jahren ist das AST ein voller Erfolg“, berichtet der örtliche Taxiunternehmer Manfred Farr, der das AST derzeit mit einem vielköpfigen Team bedient und jährlich bis zu 9.000 Fahrten verzeichnet. Das sind zwölf Mal so viele wie in Illingen, wo es ebenso wie in Mühlacker weitere AST-Angebote im Enzkreis gibt.

Zukünftig könnte das Angebot noch individueller und flexibler werden: Die beiden Gemeinden loten auf Anregung des Landratsamts derzeit die Möglichkeiten eines „On-demand-Verkehrs“ aus. Während beim AST sowohl die Abfahrtszeiten als auch die Haltestellen fahrplanbasiert sind und eine telefonische Anmeldung mit mindestens 30 Minuten Vorlaufzeit notwendig ist, könnte ein moderner Flächenbetrieb ohne konkreten Fahrplan die Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten deutlich erhöhen.

Neben der telefonischen Buchung wäre eine Bestellung per App möglich. Eine Software soll zu einer größtmöglichen Bündelung von Fahrtwünschen beitragen und die optimale Route errechnen, so das grundlegende Konzept, dem der Remchinger Gemeinderat am vergangenen Donnerstag mehrheitlich zugestimmt hat. Der Kelterner Rat berät am 21. Juni darüber.

Hintergrund der Entscheidung: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 müssen die Verbindungen neu ausgeschrieben werden. Dann gelten neue gesetzliche Tarifbestimmungen, die künftig neben dem vorgeschriebenen Grundlohn diverse Zuschläge und eine Bezahlung der Bereitschaftszeiten ohne Fahrten vorschreiben. Der klassische AST-Betrieb wäre dadurch kaum günstiger als ein durchgängiger, moderner Flächenbetrieb.

Während sich der Kreis bereit erklären würde, die einmaligen Software-Kosten zu übernehmen, um das Konzept bei positiver Bilanz auch andernorts einzuführen, sieht die Sitzungsvorlage vor, dass die laufenden Zuschusskosten zur Hälfte vom Kreis und je einem Viertel von Remchingen und Keltern getragen wird.

„Das AST ist eine Erfolgsgeschichte, an deren Weiterentwicklung wir gerne dranbleiben“, blickt Kelterns Ordnungsamtsleiterin Claudia Honnen den anstehenden Beratungen zuversichtlich entgegen, „Allerdings werden wir die Kröte mit deutlichen Mehrkosten schlucken und behutsam planen müssen.“ „Beim Thema Mobilität sind wir als Kommune natürlich gerne mit dabei“, verdeutlicht auf Nachfrage auch Remchingens Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon, „Der klassische Weiterbetrieb würde erhebliche Mehrkosten ohne Verbesserung bedeuten, während wir mit dem zwar nochmal teureren On-demand-Verkehr individueller und moderner unterwegs sein können.“ Die Kosten gelte es ebenso wie die Akzeptanz zu bestimmten Tageszeiten streng im Blick zu behalten.

Fraglich ist etwa, ob ein Fahrzeug alle Anfragen bedienen kann. Prayon hält eine durchdachte Planung und eine kritische Evaluierung nach der Hälfte der insgesamt achtjährigen Vertragslaufzeit für unabdingbar: „Auch der neue Verkehr wird eine sinnvolle Ergänzung zu Randzeiten bleiben und kein gemeindeeigener Taxiservice rund um die Uhr.“ Keineswegs hinfällig seien daher die Planungen für einen Remchinger Bürgerbus, wie auch der Sprecher des Bürgerbusvereins Dieter Walch feststellt: „Der On-demand-Verkehr wird weiter zu Zeiten unterwegs sein, in denen kein Bus fährt und schon gar kein ehrenamtlicher Bürgerbus. Beide Projekte sind weitere Schritte in eine Mobilitätsgesellschaft, in der der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden muss.“ Auch die Bürgerbus-Planungen seien derzeit im Umbruch: Statt einem größeren Transporter denke der Verein derzeit auch über kleine E-Fahrzeuge nach, die bei einer Drosselung auf 45 Stundenkilometer auch von 16-Jährigen gefahren werden könnten.

Infos zum Anrufsammeltaxi

Seit 1999 ergänzt das Anrufsammeltaxi (AST) die Regionalbuslinie 722 im Abschnitt vom Bahnhof Wilferdingen-Singen nach Dietlingen sowie in die andere Richtung. Mit über 20 Haltestellen bedient es auch die Teilorte Weiler und Niebelsbach. Das AST in Remchingen und Keltern verkehrt montags bis samstags abends und am Sonntag ganztägig (ab 19.30/20 Uhr, letzte Abfahrt unter der Woche 0:30 Uhr, am Wochenende 3 Uhr) – zu Zeiten, in denen der Bus nicht fährt und zu vergünstigten Konditionen. Innerhalb von Remchingen bezahlen die Fahrgäste zwei Euro, innerhalb von Keltern drei Euro, zwischen den Kommunen 3,50 Euro, für VPE-Zeitfahrausweise gibt es eine Vergünstigung. Wer am Bahnhof zusteigt, kann sich mit dem AST-Tarif bis zur Haustür bringen lassen. Die Anmeldung muss bis 30 Minuten vor Fahrtbeginn telefonisch unter 07232-372148 erfolgen.

jza.

Über die hohe Akzeptanz des bisherigen Anrufsammeltaxis freuen sich der Remchinger Taxiunternehmer Manfred Farr (links) und Mitarbeiter Roland Fränkle. Archiv: Zachmann

Individueller, flexibler, aber auch teurer werden soll die Zukunft des Anrufsammeltaxis, das in Remchingen und Keltern ab Ende 2023 als „On-demand-Verkehr“ laufen könnte. Foto: Zachmann

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

... das ist die Überzeugung der Betriebe und Organisationen, die dieses Informationsportal tragen. Ausgehend von einem dringenden Informationsbedürfnis über die Verkehrssituation in und um Remchingen während einer mehrmonatigen Bauphase an der B10 hat sich eine Initiative gebildet, die alle Anwohner und Besucher Remchingens nachhaltig und dauerhaft mit Informationen versorgen will. Dazu gehört:

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