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12. März 2019

Remchinger CDU beißt an Aschermittwoch in den sauren Hering

Zweitkandidat Moritz Oppelt vertritt EU-Abgeordneten Daniel Caspary auf Rednerpult


Gleich zweimal musste die CDU Remchingen bei ihrem ersten politischen Aschermittwoch in den sauren Hering beißen: Einerseits wegen der traditionellen Fastenspeise, andererseits, weil ihr Hauptreferent, der Europaabgeordnete Daniel Caspary wegen einer Zahn-OP kurzfristig absagen musste. Für eine dennoch ordentliche Portion politischer Würze sorgte dafür kurzfristig Moritz Oppelt mit dem Blick eines Ehrenamtspolitikers auf Europa. Der 30-Jährige Betriebswirtschaftler und Jurist aus Neckargemünd ist Bezirksvorsitzender der Jungen Union Nordbaden und nach Caspary zweiter Kandidat für die Europawahl.

Der für die Jungen fast schon selbstverständliche Frieden in Europa sei ein Erfolg, an dem man aber fortwährend arbeiten müsse, erklärte Oppelt mit besorgtem Blick auf den Rechtsruck, für den europakritische Parteien gesorgt hätten. Auch wenn er der AfD-Politik nichts abgewinnen könne, müsse man sich fragen: „Was läuft denn dann so falsch, dass so viele Leute die AfD wählen?“ Statt „politischem Klein-Klein der Linken und Grünen“ und Verboten zum Datenschutz oder Stickoxidgrenzwerten, die vor Ort keiner wolle, müsse man sich wieder den großen Fragen zur Migration, zur außenpolitisch stärkeren Zusammenarbeit, Wirtschaft und Energie widmen: „Keine Partei hat so viele Anstrengungen für Europa gemacht wie die von Adenauer, Kohl und Merkel.“

Während in der Diskussion Ulrich Schmidt für mehr Mut zur Demokratie in Europa plädierte und Hans Zachmann politische Störfeuer aus Osteuropa zu bedenken gab, fragte Rudi Leber nach, ob es das Mess-Chaos bei den Stickoxiden eigentlich nur in Deutschland gebe. Andere Länder würden den räumlichen Spielraum der Abstände der Stationen von Straßen viel weiter ausnutzen, erklärte Oppelt. Man müsse fragen, wer das am Ende falsch mache, auch wenn ihm selbst der Umweltschutz am Herzen liege.

„Man darf die Anforderungen nicht wegschieben – am Ende kann man selbst durch Umweltschutz viel Geld sparen“, betonte Felix Casper, der mit seiner Nöttinger Eisengießerei den höchsten Auflagen unterliege, aber auch viele Maßnahmen ergreife, wodurch die Gießerei zu den saubersten im Land gehöre. Andre Lindner gab zu Bedenken, dass wegen der Batterie auch das E-Auto in ein paar Jahren ein Problem sei: „Auch die Atomkraft war so lange toll bis der Müll kam.“

„Wichtig ist, nicht nur Versprechen zu machen, sondern sie auch umzusetzen“, brachte es Besucherin Sieglinde Köber aus Singen schließlich auf den Punkt. Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Roland Kröner freute sich über reges Interesse, das der CDU Zuversicht gebe, bei gleich vier Herausforderern auch dieses Mal stärkste kommunalpolitische Kraft in Remchingen zu bleiben.

Umrahmt von klangvollen Klavierstücken, gespielt von Nora Köber, ehrten Kröner und der CDU-Kreisgeschäftsführer Markus Bechtle für zehnjährige Parteitreue Sabine Maag und Oliver Stieler, der sich neben dem Gemeindeverband auch im Landesfachausschuss Wirtschaft und Wohnungsbau sowie in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung engagiert. Ganze 50 Jahre in der CDU ist der langjährige Geschäftsführer der Handwerkskammer Pforzheim Franz Reindl. In einer sehr bewegten Zeit sei er einer der ersten gewesen, die mit dem Gründungsvorsitzenden Werner Engel den Gemeindeverband aus der Taufe hoben.

jza

FÜR LANGJÄHRIGE TREUE bekamen Franz Reindl (rechts) und Oliver Stieler (Zweiter von links) Glückwünsche vom CDU-Kreisgeschäftsführer Markus Bechtle (von links), Gastredner Moritz Oppelt und dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Roland Kröner. Foto: Zachmann

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