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24. August 2019

Jeff Klotz: Verlag, Reisebüro, Cafehaus, Kunstausstellung, Kulturmanagement und ...

Nur ganz selten findet man einen Jungunternehmer mit so vielen geschäftlichen und ehrenamtlichen Engagements wie Jeff Klotz. Remchingen-prima hat den Verlag im neuen Domizil im Schloss Bauschlott besucht und den Chef ein wenig ausgefragt.


Remchingen-prima:
 Sie sind relativ weitgehend mit Ihrem Geschäft von Remchingen nach Bauschlott gegangen. Was waren die Gründe für Sie?

Jeff Klotz: Die Hauptgründe waren das Wachstum meines Verlagshauses. Wir waren ja mal zu zweit am Anfang und in der Zwischenzeit sind wir 24 Mitarbeiter und da stellte sich für mich die Frage: Wo gehen wir hin, wie stellen wir unseren Verlag, der ja auch mit Kunst, mit Kulturmanagement und mit allem Möglichen zu tun hat, räumlich neu auf. Da bot sich die Gelegenheit, ins Schloss Bauschlott zu gehen und deshalb habe ich meinen geschäftlichen Mittelpunkt nach Neulingen verlagert. Aber der größte Teil des privaten Lebens spielt sich weiterhin in Remchingen ab.

Remchingen-prima: Und das soll auch so bleiben?

Jeff Klotz: Das soll auch so bleiben. Wobei, wenn Sie mich fragen und das betone ich ja immer wieder, meine Heimat die Region Pforzheim ist. Ich fühle mich dem Enzkreis verbunden in seiner Gesamtheit. Natürlich im Besonderen Remchingen, das ist ja gar keine Frage. Aber meine Kulturarbeit, die bezieht sich auf den gesamten Raum Pforzheim, also Pforzheim und den Enzkreis.

Remchingen-prima: Sie sind auf ganz vielen Feldern tätig. Und insofern kann man sich schon selber die Antwort fast denken, warum Sie ihr politisches Engagement mit der letzten Wahl beendet haben. Sie hätten ja einen sicheren Wahlerfolg haben können, wenn Sie weitergemacht hätten. Was waren jetzt dann tatsächlich Ihre Gründe?

Jeff Klotz: Es sind mehrere Dinge, die dazu beigetragen haben. Zunächst mal war es keine einfache Entscheidung. Ich habe lange darüber nachgedacht, auch weil man ja seine Fraktion nicht im Stich lassen möchte, wenn man sagt, dass man nicht weiter macht. 

Remchingen-prima: Ja vor allen Dingen waren Sie einer, der den Altersdurchschnitt im Gemeinderat ein wenig in die richtige Richtung bewegt hat.

Jeff Klotz: Ja, eben - genau. Es gibt viele Sachen, die eigentlich dafür sprechen, zu sagen, ja man macht nochmal weiter, aber wenn man alle Faktoren miteinbezieht, ist es eigentlich utopisch, das Amt richtig fortzuführen. Es ist erstens die berufliche Entwicklung: So alt ist mein Verlag nicht und das Wachstum geht ja noch weiter. Wir haben jetzt bald noch mindestens einen zusätzlichen Standort. Ich bin viel unterwegs, ich mache als Geschäftsführer gemeinsam mit meinem Mitgeschäftsführer die Hauptakquise. Ich bin vier von sieben Tagen gar nicht da. Also ich bin die ganze Woche in München, in Frankfurt, in Görlitz, in Dresden unterwegs und das wird nicht weniger, das wird nur mehr. Und es ist mir so häufig passiert, dass ich in Remchingen unterwegs war, mich Menschen angesprochen haben auf politische Sachverhalte und ich feststellen musste, dass der, der mir gegenüberstand, mehr Informationen hatte als ich und das ist eine sehr unangenehme Situation. Ich finde, wer ein Amt hat, der muss das richtig ausfüllen. Und ich habe die letzten eineinhalb Jahre der Amtszeit gemerkt, dass ich nicht mehr in dem Maße dem Amt nachkommen kann, wie ich es eigentlich für angemessen erachte.

Dadurch, dass ich viel unterwegs bin, bin ich viel zu wenig in Remchingen gewesen, um auch ein Amt weiter ausfüllen zu können und da habe ich gesagt, dass es einfach nicht mehr geht. Das war eigentlich der Hauptgrund dann in der Abwägung und was für mich überhaupt nicht in Frage kommt, ist zu sagen, man versucht es nochmal und schaut dann später, also in der Amtszeit, wenn man gewählt ist, ob man es fortführen kann oder nicht. Eine Amtszeit füllt man voll aus, das ist meine feste Überzeugung. Wer fünf Jahre gewählt ist, der macht das auch fünf Jahre, insofern ging es entweder um ein Ja oder ein Nein, das klipp und klar und dann musste ich einfach sagen, es geht nicht.

Und ich habe es ja auch 10 Jahre gemacht und ich betone immer wieder, dass es bisher keine Aufgabe gab, in der ich mehr gelernt habe und in der man auch mehr bewirken konnte wie in diesem Amt. Ich habe es sehr gerne gemacht. Aber es tut auch gut, wenn man nach einer gewissen Zeit sagt, jetzt können andere ran und wie gesagt, es waren ja auch 10 Jahre und ich habe kommunalpolitisch angefangen mit 18, das darf man nicht unterschätzen, ich bin jetzt 29, das sind ja auch entscheidende Jahre.

Remchingen-prima: Was macht das Klotz Verlagshaus alles, Sie sind ja in diversen Geschäftsfeldern tätig. Was sind die wichtigsten Geschäftsfelder?

Jeff Klotz: Also primär sind wir ja ein Buchverlag. Als Buchverlag publizieren wir Lektüre in allen Bereichen. Romane, Kulturlektüre im weitesten Sinn, Ausstellungskataloge, Bildbände, Führer, Schlossführer, Kirchenführer, um ein paar Beispiele zu nennen. Wir publizieren jetzt den Kathedralenführer von Zagreb, einen Reiseführer durch Rumänien oder einen Stadtführer durch Görlitz.

Aber wir machen auch viel zur Regionalgeschichte hier in Baden-Württemberg. Das ist eher, weil es nun mal mein größtes privates Anliegen ist. Aber geschäftlich sind wir eigentlich bundesweit als Verlag aktiv mit Schwerpunkt auf Süddeutschland. Und ansonsten hat der Verlag noch eine größere Sparte, die sich um Kunst dreht. Wir verwalten Kunstsammlungen, 17 Stück insgesamt, für Personen, die größere Sammlungen haben, betreuen diese konservatorisch, in der Didaktik, im Verleihen. Wir haben auch ein Reisebüro, wir haben ein Café und die wichtigste Sparte des Verlages ist das Kulturmanagement. Wir planen Festivals, Kulturveranstaltungen usw.

Remchingen-prima: Was muss man sich unter Kulturmanagement genauer vorstellen?

Jeff Klotz: Ja das ist eine weitgehende Frage. Also Kulturmanagement ist ja ein sehr schwammiger Begriff. Bei uns im Besonderen ist es, dass wir für private Träger hochwertige, feine Kulturveranstaltungen organisieren. Das sind häufig Firmen, die auf uns zukommen und ein besonderes Fest haben möchten, das sind Kommunen, die eine Art Konzept für Ortsrundgänge haben möchten, das sind aber auch Museen, die wir umgestalten. Wir bauen Museen um, vom Keller bis zum Dachgeschoss, komplett mit neuer Ausstellungsplanung, mit neuer Ausstellungskonzeption, das alles zählt zum Kulturmanagement.

Remchingen-prima: Das ist ein sehr weites Feld, das Sie da bedienen. Was für spezielle Skills haben Sie dafür unter Ihren Mitarbeitern?

Jeff Klotz: Da haben wir im Prinzip alles, also wir haben 9 Kulturwissenschaftler unter den 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Betrieb, also Akademiker aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich. Wir haben aber auch Verwaltungsfachleute dabei, Grafiker natürlich, wir arbeiten ja viel mit Grafik und Design. Für das Café speziell auch Spezialisten aus der Gastronomie, wir haben für jeden Bereich eigentlich einen Spezialisten. Ich selbst bin ja Bauhistoriker der Ausbildung nach, also mein Abschluss ist ja die Baugeschichte und mein Mitgeschäftsführer im Verlag ist auch Kunsthistoriker, insofern haben wir natürlich einen sehr starken Fokus auf Kunst und Architektur.

Remchingen-prima: Sie machen selbst noch relativ häufig Reiseführungen. Das kann man Ihrem Facebook-Account zwischendurch entnehmen. Kostet Sie das nicht zu viel Zeit bei Ihren vielfältigen Verpflichtungen? Ich stelle mir das ziemlich zeitintensiv vor, die Vorbereitungen und dann die Reise als solche.

Jeff Klotz: Also es ist zeitintensiv. Ich habe das Glück, dass die Reisen natürlich vorbereitet werden im Verlag, die Buchungsvorgänge zum Beispiel. Ich gebe vor, wohin, ich gebe vor, wo ich übernachten möchte und was ich sehen möchte, aber die konkreten Planungen der Reise machen dann andere. Und dann bin ich unterwegs und ich muss auch zugeben, dass das natürlich anstrengend ist, aber das will ich mir nicht mehr aus der Hand nehmen lassen, das mache ich sehr gerne. Ich schätze den Kontakt zu den Leuten durch die Reisen. Ich mache immer genau 10 längere Reisen im Jahr, eine Woche bis zehn Tage, und das mache ich jetzt im vierten Jahr in dieser Intensität, das heißt ich bin immer ein Woche weg und drei Wochen da und das ist mir wichtig. Erstens, weil das ein Stück weit auch etwas ist, womit der Verlag ja mal begonnen hat, dass man Kulturfahrten macht, Tagesfahrten, das mache ich auch weiterhin, aber auch mit diesen längeren Reisen, dass man auch immer mitbekommt, was interessiert die Leute, was möchten sie hören. Interessieren sie sich für Architektur, für Kunst, eher für Soziologie, da kriegt man immer genau mit, was gerade in Mode ist und ich verbinde natürlich die Studienreisen auch mit Buchprojekten. Also jetzt ein Beispiel: Ich war jetzt gerade im Baltikum unterwegs, habe die Gruppe geführt durch Polen, dann durch Königsberg, durch Litauen usw., da habe ich in Riga organisiert, dass die Gruppe geführt wird, ich habe mich - was ich sonst nie mache - mal für drei Stunden abgeseilt von der Gruppe und habe dort eben unser neuestes Buchprojekt organisiert, nämlich ein Stadtführer durch Riga, den wir jetzt gerade verlegen und dann kann ich das verbinden. Oder als ich kürzlich durch den Balkan gefahren bin mit einer Busgruppe, da sind wir durch Kroatien und sobald dann freie Zeit war für die Gruppe, habe ich mich um unseren Kathedralenführer von Zagreb gekümmert, also ich verbinde das dann auch immer.

Remchingen-prima: Sie betreuen ja weiterhin das Römermuseum in Remchingen. Was kommt da als nächstes nach der Jerusalemausstellung?

Jeff Klotz: Ja, Sie haben das jetzt so formuliert. Ich betreue das weiterhin, also das Römermuseum Remchingen ist mein Kind, das ist für mich das Wichtigste seit jetzt 11 Jahren und „Mythos Jerusalem“ endet am 30. November, dann schließen wir wegen Umbau bis zum 01. März und dann eröffnet Anfang März 2020 die große Ausstellung „Vom Pilgern und Wallfahren. Die Geschichte des Wallfahrtswesens in Baden-Württemberg". Und es wird seit 25 Jahren die erste Ausstellung in Baden-Württemberg, die sich mit Wallfahrt im Gesamten beschäftigt, mit ganz tollen Ausstellungsstücken aus ganz Baden-Württemberg, vom Bodensee bis zum Odenwald, um auch wieder das zu schaffen, was mir für Remchingen eigentlich besonders wichtig ist: Dass das Museum einerseits den regionalen Anspruch hat, wir beschäftigen uns mit Remchingen und Umgebung, aber dass es auch für Besucher von außerhalb interessant sein kann, also dieses immer nicht ganz leichte Zwischenspiel, das kriegen wir mit der Ausstellung wieder hin.

Remchingen-prima: Herr Klotz, vielen Dank für das Gespräch.

Jeff Klotz im Besprechungszimmer vor einer Restaurierungsarbeit - Foto: Matthias Käser

Großes Archiv für die Verlagsautoren - Foto: Matthias Käser

Im Hof von Schloss Bauschlott - Foto: Matthias Käser

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

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