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05. November 2020

Zwei Tage lang Kistenschleppen statt Verbrecherjagd

Remchinger Polizeiposten zieht von altem Forsthaus in gegenüberliegenden Rathaus-Neubau


Statt Streifenwagen fuhr am Mittwochmorgen der interne Umzugstransporter am alten Wilferdinger Forsthaus vor. Statt Verbrecherjagd hieß es zwei Tage lang Kistenschleppen für Sabine Schuster und ihr sechsköpfiges Team vom Polizeiposten Remchingen und Keltern, die als Freund und Helfer gerne mit anpackten – immerhin haben sie jahrelang auf den Umzug in eine neue Dienststelle gewartet: „Wir hatten hier ein wirklich schnuckeliges Haus mit einmaligem Flair, das aber nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen des gewachsenen Postens entspricht.

Nachdem das Projekt mehrere Male drohte, ins Wasser zu fallen, überwiegt jetzt klar die Freude“, stellte die Polizeihauptkommissarin fest und packte bei noch laufender Arbeit ihre Schreibtischutensilien in einen von hundert Kartons. Mit dem Rathausneubau liegt das neue Domizil schräg gegenüber fast zum Greifen nahe. „2004 sind wir mit vier Mann eingezogen.

Seit der Zusammenlegung der Posten Remchingen und Keltern im Jahr 2008 befinden wir uns auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die nun sieben Kollegen und zwei Fahrzeuge“, verdeutlicht Frank Otruba, Sprecher des Pforzheimer Polizeipräsidiums, der die Räume des langdeseigenen denkmalgeschützten Gebäudes so gut kennt wie sein eigenes Wohnzimmer:

Schließlich war er selbst von 2015 bis 2017 Postenleiter und erinnert sich beim Packen der Aktenordner, von denen noch viele seine Handschrift tragen, wie ein Problem zum anderen kam: Während die Ermittlungsakten im feuchten Keller zu modern begannen, schützt ein Stück Zeitung am Dachfenster den Serverraum provisorisch vor zu heißer Sonneneinstrahlung – von der Sauna im Obergeschoss können die Beamten ein Lied singen.

Neben Barrierefreiheit und Brandschutz war die Eingangstüre ein Risiko: „Ein beherzter Schlag und man steht drin“, erklärt Otruba und erinnert sich zudem an einen größeren Fall, bei dem Zeugen auf der Außentreppe vernommen werden mussten, um sich drinnen nicht gegenseitig zu hören. Auch der Polizeifunk musste aus Datenschutzgründen oft leise gestellt oder Akten weggeräumt werden, wenn es eng wurde – Praktikanten in der Polizeiausbildung konnten nur kommen, wenn ein anderer Kollege im Urlaub war.

All das gehört nun der Vergangenheit an mit der rund 250 Quadratmeter großen Mietfläche im ersten Rathaus-Obergeschoss, die von der linken Seite aus und bei Bedarf barrierefrei zugänglich ist: Neben einer Sicherheitsschleuse am Eingang und einer ebenso sicheren Asservatenkammer haben die Beamten mehr Büroplätze samt Deckenkühlung und Funkanbindungen, Umkleidemöglichkeiten, separate Räume für Verhöre, den Jugendsachbearbeiter und den Drucker sowie direkte Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge.

Wegen laufend neuer polizei-interner Vorschriften hatte sich der Innenausbau verzögert, wobei sich Schuster und Otruba insbesondere bei der Gemeinde für ihr Entgegenkommen von Anfang an bedanken. Wie schon in der Zeit bis 1981, als die Remchinger Polizei im Rathaus beherbergt war, bevor sie dann bis 2004 ins (ganz) alte Wilferdinger Rathaus zog, gibt es nun noch kürzere Wege zur Verwaltung, wobei Schuster klar betont: „Wir sind auf genauso kurzen Wegen für Keltern da.“

Der Standort an einem belebten Ort komme auch dem Anzeigeverhalten zu Gute: „Das Hexenhäusle an der Hauptstraße 100 war ein Begriff und die Leute haben sich reingetraut“, weiß Otruba, der nicht selten Bürger umliegender Gemeinden zu Besuch hatte. Die Ortsnähe bleibt. Hinzukommt, dass man im multifunktionalen Rathaus nicht gleich mit der Polizei in Verbindung gebracht werde.

Wie es nun mit dem „Hexenhäusle“ samt Fachwerk, rundem Erker, stattlicher Scheune und Garten weitergeht, das stets als Forsthaus diente und von Revierförster Dieter Konstandin und seiner Familie bewohnt war, bis sie 2002 nach Karlsbad zog, wo sich mittlerweile auch das Forstbüro befindet, liegt nun in der Hand des Landesbetriebs „Vermögen und Bau“.

Während am Donnerstag, 05.11., das Polizeirevier Neuenbürg rund um die Uhr unter Telefon 07082-79120 zur Verfügung steht, wird der Remchinger Posten ab Freitag, 06.11., unter der neuen Nummer 07232-319620 planmäßig seine Arbeit wieder aufnehmen.


Rathausneubau nun komplett

Den Start machte im Juni 2019 das Brauhaus, dann folgten Ende Januar 2020 die Rathausmitarbeiter der beiden bisherigen Verwaltungsstandorte in Singen und Wilferdingen ins Rathaus an der Neuen Ortsmitte. Im Frühjahr zog der zweite Pflegestützpunkt des Enzkreises mit Demenzzentrum ins dritte Obergeschoss der Fremdvermietungsfläche ein und vor wenigen Wochen öffnete die zentrale Gemeindebücherei im zweiten OG.

Mit dem Einzug der Polizei ist der Rathausneubau nun komplett, freut sich auch Bauamtsleiter Markus Becker, der momentan mit den Schlussrechnungen der größeren Gewerke beschäftigt ist: „Wir sind froh, dass alles so reibungslos geklappt hat“, blickt Becker auf das Großprojekt, wo lediglich im Frühjahr noch die Sanierung eines anfänglichen Wasserschadens im Gastronomiebereich aussteht, „Von vorne herein wollten wir für den Fremdvermietungsbereich langjährige Mieter und Nutzer gewinnen – das ist uns jetzt gelungen.“

Fehlt nur noch die gemeinsame Feier mit Tag der offenen Tür, der corona-bedingt bisher nicht stattfinden konnte. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: „Das werden wir auf jeden Fall nachholen, sobald es die Lage wieder zulässt.“

jza

Schreibtischräumen heißt es heute für Polizeihauptkommissarin Sabine Schuster und ihr sechsköpfiges Team vom Polizeiposten Remchingen, die sich auf den Umzug in den Rathausneubau freuen. Foto: Zachmann

Bis Dienstagabend lief der normale Dienst im Remchinger Polizeiposten auch für die Kollegen Jens Gamer (links) und Uwe Reichenbacher im alten Forsthaus, die sich nun auf den Umzug in den gegenüberliegenden Rathausneubau freuen.

Auf einigen Ermittlungsakten im Keller des alten Forsthauses entdeckt Pressesprecher Frank Otruba beim Umzug noch seine Handschrift: Schließlich hat er selbst vor Sabine Schuster den Remchinger Polizeiposten geleitet. Foto: Zachmann

Noch läuft der Umzug auf Hochtouren – ab Freitag wird der Remchinger Polizeiposten im Rathausneubau seinen Dienst aufnehmen. Auf ihr neues Büro, an dem die Scheiben noch mit nach innen blickdichten Streifen versehen werden, freut sich Sabine Schsuter zusammen mit Frank Otruba. Foto: Zachmann

Während die alte Eingangstür einfach eingetreten werden konnte, ist die neue Dienststelle mit hohen Sicherheitsvorkehrungen versehen – das beginnt mit einer Schleuse durch zwei Zugangstüren. Foto: Zachmann

Trotz aller Problemchen darf ein bisschen Wehmut ans Revier im alten Forsthaus nicht fehlen. Wie es mit dem landeseigenen denkmalgeschützten Gebäude weitergeht, entscheidet nun der Landesbetrieb „Vermögen und Bau“. Foto: Zachmann

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

... das ist die Überzeugung der Betriebe und Organisationen, die dieses Informationsportal tragen. Ausgehend von einem dringenden Informationsbedürfnis über die Verkehrssituation in und um Remchingen während einer mehrmonatigen Bauphase an der B10 hat sich eine Initiative gebildet, die alle Anwohner und Besucher Remchingens nachhaltig und dauerhaft mit Informationen versorgen will. Dazu gehört:

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