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01. Dezember 2019

„Gewalt an Frauen ist oft näher als wir vermuten“

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen verdeutlicht Bedeutung des Hilfesystems vor Ort


Ein deutliches Zeichen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen setzten am Montagmorgen auf Aufruf der Gleichstellungsbeauftragten des Enzkreises Martina Klöpfer vor dem Singener Rathaus einige Vertreter des Kreistages sowie der regionalen Hilfesysteme und Beratungsstellen im Bereich häuslicher und sexualisierter Gewalt. Zusammen mit Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon und Katharina Kammerer-Klopp, Kreisrätin aus Remchingen, die den jährlichen Aktionstag in die Gemeinde gebracht hatte, hissten sie eine Flagge mit der Aufschrift „frei leben – ohne Gewalt“.

Anschließend verdeutlichten sie, dass das Thema oft näher sei als man vermute. „Die aktuellen Zahlen sind jedes Mal aufs Neue erschreckend. Wir sitzen hier im schön geschmückten Standesamt, aber auch im Bereich der Ehe ist das leider oft Thema“, verdeutlichte Prayon mit Blick auf jährlich 140 000 Fälle von Partnerschaftsgewalt – und dies seien nur die tatsächlich dokumentierten. 80 Prozent davon sei Gewalt an Frauen, 20 Prozent an Männern: „Jedes einzelne Schicksal ist ganz verheerend – deshalb sollte man bewusst hinschauen, was auf der Nachbarschaft oder im eigenen Haus passiert.“ Häusliche Gewalt sei die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen, unterstrich Gleichstellungsbeauftragte Klöpfer. Jede vierte Frau sei bereits Opfer gewesen.

Sie ermutigte Betroffene, standhaft zu bleiben und ihr Schweigen zu brechen, denn nur so könne man helfen: „Wer in Not ist, bekommt Hilfe und Unterstützung in der Region“, erklärte sie mit Blick auf die vielfältigen Angebote, die stellenweise aber Ausbaubedarf haben. Sie verlas eine Stellungnahme von Katja Mast, in der sich die Bundestagsabgeordnete klar dafür bekennt, noch stärker hinzuschauen und Frauenhäuser ausreichend zu finanzieren und verteilte Taschentücher mit der Aufschrift „Von Gewalt haben wir die Nase voll“. „Viele Täter denken nach wie vor, was auf der Straße tabu ist, sei im häuslichen Bereich okay. Bei einer Watsch oder beim Schubsen denken sie sich nicht dabei – da ist noch einiges an Aufklärungsarbeit notwendig, um klar die Grenzen zu zeigen“, erklärte Rudolf Poignee vom Bezirksverein soziale Rechtspflege in Pforzheim, der regelmäßig Anti-Aggressions-Trainings durchführt. Dass unter heftigem Streit der Eltern schon Kleinkinder fürs weitere Leben geprägt erheblich leiden können, verdeutlichte Marion Sattler von der Hilfestelle „KISTE“ Enzkreis: „Man muss den Kindern erst einmal klar machen, dass sie nicht schuld daran sind.“

Dass Gewalt oft erst im Fortgang eines Gesprächs ans Licht komme, berichtete Sigrid Kleer-Geib von der Schwangerschaftsberatungsstelle Pro Familia, während Annika Huge von der Beratungsstelle Lilith feststellte, dass sich die Handlungen nicht selten von einer Generation auf die nächste übertragen. Eigentlich sei Lilith für Kinder und Jugendliche zuständig, immer häufiger würden sich aber junge Erwachsene melden, für die es noch keine eigene Fachstelle gibt: „Natürlich helfen wir auch ihnen, wenn sie schon so weit gekommen sind, sich zu trauen.“ Von der Polizei, der Fachstelle für häusliche Gewalt bis zur vertraulichen Spurensicherung nach sexueller Gewalt am Helios-Klinikum reichen weitere Möglichkeiten. Auch in Mühlacker weht seit Montag die Fahne, am Montagabend beschäftigte sich die Theaterschachtel Neuhausen zudem mit dem Thema.

jza

Gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen setzten Vertreter des Kreistags und der Hilfesysteme in der Region vor dem Rathaus in Singen ein deutliches Zeichen. Foto: Zachmann

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

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