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07. August 2019

Remchingen - es führt kein Weg vorbei. Gilt nicht unbedingt für Bahnreisende.

Remchingens Werbeaussage passt. Es sei denn, man versucht es Bahn "bwegt", dann kann es schon mal passieren, dass man den in Wilferdingen haltenden Zug nicht verlassen kann. Der Weg führt dann an Wilferdingen vorbei.


Auf ein ganz neues Qualitätsniveau sollte der öffentliche Personen-Nahverkehr unter der neuen Dachmarke "bwegt" gebracht werden. Auf eine gewisse - wenngleich nicht so ganz überzeugende -  Weise ist das der im Herbst 2017 gestarteten Initiative gelungen. Zumindest wenn man die Erwartung hat, den fahrplanmäßig in Wilferdingen haltenden Interregio Zug auch dort verlassen zu können.

Beginnen wir am Start in Stuttgart. Da steht ein neuer gelber Zug. Ganz bequem kann man gleich in den vorderen Wagen einsteigen - noch ist Stuttgart 20 ja ein Sackbahnhof. Praktisch pünktlich - also nur 11 Minuten zu spät - geht die erst einmal problemlose Fahrt los. 

In Pforzheim kommt eine Durchsage. Wer das Glück hat, die Information zu hören weiß ab jetzt, dass ein Ausstieg aus den hinteren Wagen in Wilferdingen nicht möglich sein wird, weil da die Höhe der Wagentüren nicht zum Bahnsteig passen. Also machen sich in dem schon wieder fahrenden Zug die Passagiere auf den Weg in die vorderen Wagen. 

Dumm nur, dass das nichts bringt, weil ein paar Wagen weiter vorn klar wird, dass da ein Antriebswagen kommt, den man nicht passieren kann. Und ganz dumm: bis Wilferdingen kommt keine Haltestation mehr, an der man sich von außen weiter nach vorn kämpfen könnte.

In Wilferdingen angekommen, hat man dann während des Halts bei geschlossenen Türen die Chance, den (Un-)Pflegezustand des viel zu tiefen hinteren Teil des Bahnsteigs zu betrachten. Oder sich Gedanken zu machen, ...

  • wie man denn von der nächsten Haltestation Durlach nach Wilferdingen zurück kommt.
  • ob man dafür eine neue Fahrkarte braucht oder ob es Kulanz wegen mangelhafter Organisation gibt.
  • in welchen Zugteil man einsteigen sollte, damit der Ausstieg im zweiten Anlauf klappt.

Man könnte natürlich auch darüber ins Grübeln kommen, ob die Beteiligten im Bahnverkehr also hier die DB Station&Service AG, bwegt und der Zugbetreiber GoAhead sich so richtig gut miteinander abstimmen. 

Es gibt aber auch Tröstliches zu berichten:

  • "bwegt" hat ein neues Qualitätsniveau versprochen. Das ist schon mal erreicht, wenn auch vielleicht ein wenig anders als man denken möchte.
  • DB Station&Service verkündet auf ihrer Website die Zuständigkeit für "130.000 wartungsrelevante Bahnhofsanlagen". Da ist Wilferdingen dabei, und "wartungsrelevant" klingt doch zumindest ein wenig nach gutem Willen und der prinzipiellen Erkenntnis, dass es hie und da etwas zu warten gäbe.
  • Und schließlich: Der Zugbetreiber nennt sich GoAhead. Es geht also ums "Vorankommen" und das klappt ja. Mehr verspricht der Firmenname nicht.


GoAhead ist übrigens eine britische Firma. Vielleicht hilft die Brexit Erfahrung, beim künftigen Organisieren des Aussteigens (sorry, an dem Kalauer konnte der Autor nicht vorbeischreiben).

Gibt es Aussichten, dass das Wilferdinger Bahnsteig-Problem bald gelöst wird? Wenn man den Zug nicht einfach kürzer - und damit passend für Wilferdingens Minibahnsteig macht - dann wird es wohl noch lange dauern. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass  DB Station&Service Bestandsschutz bei allen Bahnanlagen geniesst, solange nichts gemacht wird (außer die Einrichtungen verfallen zu lassen). Sobald irgendetwas verbessert würde, dann müsste ein barrierefreier Umbau her. Das kostet und macht viel Arbeit. Und obwohl Remchingen zur Mitfinanzierung bereit ist, wird das wohl dauern.

Zwischenzeitlich kann man sich nur wünschen, dass die Kommunalpolitik den Verantwortlichen immer wieder in den Ohren liegt und die überfälligen Arbeiten anmahnt. Und irgendwann wird dann auch für die "bwegt"en kein Weg mehr an Wilferdingen vorbei führen.

jge


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