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01. August 2019

Katharina und Matteo Kammerer: Viele Chancen, etwas zu bewegen

Die Zwillingsgeschwister wurden am 26. Mai 2019 in den Gemeinderat gewählt, was ein ungewöhnliches Ereignis darstellt. Zudem traten beide für die gleiche Partei an. Remchingen-prima hat die neu gewählten Ratsmitglieder zu ihren Beweggründen und politischen Plänen befragt:


Remchingen-Prima: Zu Ihrer Wahl in den Gemeinderat gratulieren wir Ihnen. Es kommt ja nicht oft vor, dass in einer demokratischen Wahl Zwillingsgeschwister gleichzeitig als Abgeordnete ins gleiche Gremium gewählt werden. Hat Sie der gemeinsame Erfolg überrascht?
 
Matteo Kammerer: Gehofft habe ich es schon, so richtig einzuschätzen konnte ich es aber auch nicht, da wir, bzw. auch die Familie Kammerer, ja hauptsächlich in Singen bekannt sind. Durch meine aktive Jugendfußballzeit in den Remchinger Vereinen und als Zivi im Altenheim kennt man aber dann doch einige Leute aus der Gemeinde. 
Eine Prognose, wie viele Sitze wir Grünen bekommen würden, war aufgrund der veränderten Listenkonstellationen ebenso nicht einfach. Als das Kreisergebnis bereits am Mittag feststand, war ich mir sicher, dass Katharina auch in den Gemeinderat gewählt ist.
 
Katharina Kammerer: Da ich auf Listenplatz 1 kandidiert habe, habe ich mich mit dem Gedanken, gewählt zu werden schon im Vorhinein auseinandergesetzt. Einschätzen konnte ich es allerdings gar nicht. Dass wir dann beide gewählt werden, habe ich wirklich nicht erwartet. Ich freue mich riesig darüber. Wir haben uns schon immer sehr gut ergänzt, da wir ganz unterschiedliche Charaktere sind. Aber wiederum haben wir u.a. politisch auch die gleichen Werte und Einstellungen.

Remchingen-Prima: Seit wann sind Sie politisch aktiv und was hat Sie dazu bewogen, sich zu engagieren?
 
Katharina Kammerer: Ungefähr seit 3 Jahren. Die Entwicklung unserer Gesellschaft in eine meiner Einstellung nach falsche Richtung hat mich schon länger beschäftigt. Das ausschlaggebende Ereignis, mich politisch aktiv zu engagieren, war tatsächlich an dem Morgen, als das Wahlergebnis in den USA bekannt gegeben wurde. Noch am gleichen Tag habe ich meinen Antrag für die Grünen ausgefüllt. Grün war für mich schon immer klar. Als ich Matteo dann am Wochenende traf, habe ich ihm das erzählt, und ohne, dass wir uns abgesprochen hatten, hatte er in dieser Woche auch seinen Mitgliedsantrag abgegeben.

Remchingen-Prima: Als deutlich jüngere Gemeinderäte hätten Sie den Altersdurchschnitt im Gemeinderat ein wenig verjüngen können. Das wird ja nun durch die Wahlerfolge von Oechsles Seniorenbrigade verhindert. Umso wichtiger wird es sein, dass die zukunftsorientierten Interessen der Jüngeren vertreten werden. Was stellen Sie sich dazu vor?
 
Matteo Kammerer: Was mir wichtig ist, weil ich das aus eigener Erfahrung noch als Jugendlicher kenne, ist es, Plätze zu haben, um sich zu treffen oder auch Sport zu machen.  Also z.B. ein Bolzplatz, der auch in der Freizeit genutzt werden kann und nicht nur Sportstätten, die den Vereinen zur Verfügung stehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist hier die Gestaltung und zeitnahe Umsetzung des neuen Skaterplatzes.

Katharina Kammerer: In der Kommunalpolitik hat man den Vorteil vor Ort zu sein, also als ein direkter Ansprechpartner. Das sehe ich als Chance, direkt zuhören zu können. Eventuelle Berührungsängste, vor allem von jungen Menschen, zur Politik können hier genommen werden. Wir können vor Ort etwas zusammen erarbeiten und bewegen. In meinem Bekanntenkreis haben schon einige ein oder zwei Kinder. Hier wurden wir schon wegen dem Thema Kinderbetreuung angesprochen. Das bietet doch eine super Grundlage, wenn man die Belange der Mitbürger direkt an der Quelle erfährt und somit etwas erarbeiten kann.
 
Remchingen-Prima: In welchen Bereichen der Kommunalpolitik würden Sie gerne die grüne Handschrift deutlicher machen?

Matteo Kammerer: Die naturnahe und lebenswerte Gestaltung von Grünflächen im Ort und an den Ortsrändern ist ein wichtiger Punkt zur Steigerung der Lebensqualität aller Remchinger. Hier wäre zum Beispiel die Realisierung des Pfinzauenparks eine große Chance.
 Ich wünsche mir weiterhin die Förderung von nachhaltigen, regionalen Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben zum Beispiel genügend Selbstvermarkter, da muss man die Eier oder das Mehl nicht unbedingt beim Discounter kaufen, was Lieferwege deutlich verringert und die Attraktivität des Orts steigert. Gleiches gilt für Metzger, Bäcker und unseren allgemein vielfältig aufgestellten Einzelhandel.

Remchingen-Prima: Die Fraktion der Grünen wird im neuen Gemeinderat doppelt so stark wie bislang vertreten sein. Wie wird die Aufgabenverteilung in der neuen Fraktion aussehen?

Matteo Kammerer:
 Wir haben uns einstimmig auf Klaus Fingerhut als Fraktionsvorsitzenden und mich als seinen Stellvertreter festgelegt. Zudem hat die Fraktion mich als Kandidaten für das Amt des dritten Bürgermeister-Stellvertreters gewählt. 
Unabhängig davon wollen wir uns thematisch differenziert aufstellen, sodass jeder seinen Schwerpunkt hat und somit die verschiedenen Gemeindeangelegenheiten auch in der Tiefe angegangen werden können. Wir wollen nicht, dass nur der Fraktionsvorsitz das Wort hat, was ja bisher in der Zweierfraktion auch schon sehr gut gelebt wurde. Jeder will und soll sich in den Rat einbringen und aktiv mitgestalten.

Katharina Kammerer: Vor allem profitieren wir ja jetzt von zwei erfahrenen Gemeinderäten. Mit deren Hilfe können wir uns in diese spannende Aufgabe einarbeiten und gestärkt etwas bewegen.

Remchingen-Prima: Wo sehen Sie jeweils für sich die wichtigsten Themen und Betätigungsfelder?
 
Katharina Kammerer: Für mich ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Ich denke, dass zum Thema Müllvermeidung noch viel getan werden kann bzw. muss. Hier sehe ich auch die Chance, vor Ort Bewusstsein zu schaffen. Ebenso wichtig, ist auch den ganzen Zyklus zu beobachten. Was geschieht mit dem Müll, der nicht vermieden werden kann? Was kann recycelt werden, was macht Sinn?
Das Thema sichere Radwege finde ich auch sehr wichtig. Es muss möglich sein, dass ich mich innerhalb der Gemeinde sicher mit dem Rad bewegen kann. Eine Lösung hierfür wären u.a. Fahrradschutzstreifen auf der B10. Das Thema Bürgerbus finde ich auch sehr interessant. Mit einem guten Konzept ist das eine tolle Sache. Diese Punkte sind doch Klimaschutz vor Ort. 

Matteo Kammerer: Und eben eine Erreichbarkeit aller Teile der Gemeinde. Ich wohne oben auf dem Berg in Singen. Da überlegt man sich auch als fitte Person, ob man besser das Rad oder eben doch das Auto nimmt. Allgemein sollte eine vernünftige Anbindung an den ÖPNV für alle gut möglich sein.
Zusätzlich ist es erstrebenswert, durch die Schaffung von Angeboten wie Carsharing oder (Lasten-)Fahrradleihstationen die Mobilität vor Ort deutlich vielseitiger und attraktiver machen.
Das Thema Erhalt und Pflege von Streuobstwiesen ist für mich persönlich ein weiterer wichtiger Punkt. Hier sollten Förderungsmöglichkeiten seitens der Kommune in Zusammenarbeit mit den heimischen Obst- und Gartenbauvereinen geprüft werden.

Remchingen-Prima: Im Gegensatz zur bisherigen Gemeindepolitik propagiert die Bürgerliste eine eher ablehnende Haltung zur Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe. Wie stehen Sie aus grüner Sicht dazu?

Matteo Kammerer: 
Ob es notwendig ist, neue Industriegebiete komplett im Grünen auszuweisen, sollte man sehr streng prüfen. Es gibt ja innerorts einige Industriebrachen, wie zum Beispiel in Wilferdingen, in Richtung Singen. Ich denke, dass diese Ausbaumöglichkeiten vorrangig genutzt werden müssen.

Remchingen-Prima: Wie beurteilen Sie die bisher erkennbare Entwicklung der neuen Ortsmitte?

Katharina Kammerer: Sie ist ja noch nicht ganz fertig, deshalb gebe ich die Hoffnung auf deutlich mehr Grün noch nicht auf. Die Wasserfontänen und die geplanten Kletterbuchstaben finde ich toll. Der Flair und das gute Klima - im wahrsten Sinne - steht und fällt für mich mit der Begrünung.

Matteo Kammerer: Ein Konzept wurde jetzt mal vorgestellt, aber dieses sollten wir nochmals genauer betrachten und mögliche Verbesserungen einbringen.

Remchingen-Prima: Begrünung muss auf jeden Fall noch kommen.

Matteo Kammerer: Genau, sonst wirkt das einfach kalt und nicht lebendig. Natürlich kann man leider aufgrund fehlenden Tiefgangs nicht überall groß gewachsene Bäume hinstellen, das ist klar. Aber den Bereich schön zu gestalten, blühend und dass man sich dann auf dem Platz wohlfühlt, ist durchaus möglich. Es ist auch zu bedenken, wenn so eine Woche wie jetzt kommt mit fast 40°C, dass da auch ein angenehmes Klima herrscht und dass man angenehm draußen sitzen kann.

Remchingen-prima:
 Stört es Sie, dass da in dem neuen Rathaus jetzt dann auch ein Wirtschaftsbetrieb ist, der offenbar ja für einige Stein des Anstoßes ist?

Matteo Kammerer:
Nein, ich finde, dass das Brauhaus eine gute Ergänzung zur sonstigen kulinarischen Szene Remchingens ist. Klar gibt es gute deutsche Gaststätten in der Gemeinde, aber als Ergänzung ein Brauhaus, das passt.

Katharina Kammerer: Ich sehe das eher als Chance, da werden die Leute aufmerksam auf Remchingen und man sieht, da gibt es ja auch noch dieses oder jenes Restaurant, da gehen wir nächstes Mal hin.
Matteo Kammerer: Als ich jetzt vor zwei Wochen dort war, bemerkte ich, dass auch schon einige Leute, die nicht direkt aus Remchingen kommen, das Brauhaus besuchen. Besonders durch die gute Bahnanbindung bieten sich hier Chancen.

Remchingen-prima:
Für den Wirt war es natürlich auch ein Ritt auf der Rasierklinge. Einerseits noch Baustelle und andererseits nicht mehr verschiebbare Events wie die lange Sommernacht und Singen 1250.

Matteo Kammerer: Das ist wahr, man darf die  potenziellen späteren Kunden ja auch nicht direkt vergraulen. Ich hoffe, dass das Angebot eine positive Resonanz erhält.

Remchingen-Prima: Der Abschluss der Ortsteilverbindungsstrasse, die Entlastung und die noch zu findende Umgestaltung der Karlsbader Straße in Nöttingen hat viele aber eben nicht nur Befürworter. Wie stehen Sie persönlich dazu?

Matteo Kammerer: Ich sehe das Thema zwiegespalten.  Zunächst sei die Minderung der Lärmbelastung der Bürger im Ort zu sehen. Aber ich weiß nicht, wie sich das durch die Tempo-30-Zone generell schon geändert hat. Und wenn die Straße allgemein auch schon ein bisschen besser in Schuss gebracht worden wäre oder gebracht wird, wäre die Situation wohl schon deutlich verbessert. 
Im Endeffekt ist es für mich eine schwierige Abwägung zwischen einer Verminderung der Lärmbelastung und einem immensem Flächenverbrauch. Auf alle Fälle muss über ein attraktives und für alle positiv auswirkendes Konzept zur Gestaltung der Karlsbader Straße nachgedacht werden, da sich durch die Umgehungsstraße das Ortsbild deutlich ändern wird.

Remchingen-Prima: Frau Kammerer, Sie haben neben dem Gemeinderatsmandat auch noch den Einzug in den Kreistag geschafft. Auch dazu herzlichen Glückwunsch. Wie weit reichen Ihre Ambitionen, ist das der Start einer glanzvollen Politik-Karriere?

Katharina Kammerer: Für mich hat sich durch die Wahl eine Tür geöffnet durch die ich nun gerne gehe und schaue, was auf mich zukommt. Ich werde mein Bestes geben und bedanke mich nochmals herzlich für das große Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde. Und wer weiß... nach der Wahl, ist vor der Wahl...
 
Remchingen-Prima:
 Abschlussfrage an Sie beide: Was würden Sie denn gerne antworten auf die Frage, die wir zu stellen vergessen haben?

Matteo Kammerer: Ich denke, ich kann für uns beide sagen, dass wir uns sehr über das Mandat und die Arbeit im künftigen Gemeinderat freuen und wir auf die kommenden fünf Jahre gespannt sind. Wir haben nun als Ratsmitglieder die Chance an der Gestaltung und Verbesserung unserer Heimatgemeinde aktiv mitzuwirken und mitzuentscheiden. 


Remchingen-Prima: Frau Kammerer, Herr Kammerer wir danken Ihnen für das Gespräch.

Matteo und Katharina Kammerer (Foto: Matthias Käser)

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

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