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05. August 2023

„Es gibt zu allem eine Alternative – nur nicht zur vielfältigen Gesellschaft“

Diakoniestation Remchingen fordert bei Besuch von Minister Manne Lucha Unterstützung für sozialschwächere WG-Bewohner


„Da bist du ja!“, strahlte am Donnerstagnachmittag eine Seniorin in der Nöttinger Demenz-WG übers ganze Gesicht. Mit ihren Mitbewohnern freute sie sich beim Kaffeekränzchen über den Besuch des baden-württembergischen Ministers für Soziales, Gesundheit und Integration Manne Lucha (Grüne). Er machte bei seiner Sommertour Halt bei der Diakoniestation Remchingen. Während es sein Lieblings-Oberligaverein FV Ravensburg in der kommenden Woche nicht ganz leicht haben könnte beim Spiel gegen den FC Nöttingen, schlossen ihn die heiteren Senioren schnell ins Herz. Auch der Minister freute sich so über die heitere Partizipation in der 2018 fertiggestellten Wohngemeinschaft, dass er sich trotz des straffen Zeitplans noch „Die Gedanken sind frei“ an der Veeh-Harfe wünschte und ebenso wie die Landtagsabgeordnete Stephanie Seemann (Grüne), Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb und die designierte Remchinger Bürgermeisterin Julia Wieland fröhlich mit einstimmte.

Doch nicht nur dazu sei die mit der dreiwöchigen Sommertour „schönste Zeit des Jahres“ da: Im Gespräch mit dem ehrenamtlichen Remchinger Diakonie-Vorsitzenden Karl-Heinz Stengel blickte Lucha auch auf aktuelle Herausforderungen und Aufgabenstellungen an die Politik. Dank vielen Ehrenamtlichen kann die Remchinger Diakonie über die 586 betreuten Patienten in der Kranken- und Altenpflege hinaus mittlerweile drei Kleiderstuben, einen Tafelladen und regelmäßige Nachmittagsangebote bieten. Aufgrund der hohen Nachfrage läuft wie berichtet der Bau zwei weiterer WGs in Wilferdingen, wo ab kommendem Jahr unterstützungsbedürftige ältere und gehandicapte Menschen unter einem Dach leben werden. Den zukunftsweisenden Umbau förderte das Land mit 625 000 Euro, wofür sich Stengel einmal mehr bedankte.

„Unser kirchlich-diakonischer Auftrag ist es, für alle Menschen da zu sein“, brachte Stengel die Motivation und gleichzeitig eine zentrale Herausforderung und Gesetzeslücke auf den Punkt: Obwohl die Kosten für die Bewohner vergleichbar mit denen des Altenheims sind, können sich sozialschwächere Interessierte einen WG-Platz nicht leisten, da die 24-Stunden-Betreuung in Wohngemeinschaften zu teuer ist. Auch für Sozialhilfeempfänger wird der Pauschalzuschuss per se nicht gewährt. „Wir geben alles, aber sind noch nicht soweit, dass wir Entwarnung geben könnten“, versicherte der Minister, dass sich Baden-Württemberg für eine Lösung auf Bundesebene einsetze, „Ohne gesetzliche Änderung der bundesrechtlichen Vorgaben können wir das nicht ändern. Leider sind die Bretter für die Geschwindigkeit, die wir benötigen, im Moment zu dick.“

Lucha zeigte sich dankbar für die offen angesprochenen Probleme, aber auch für das vielfältige Engagement der Station: „Es gibt zu allem eine Alternative – nur nicht zur vielfältigen Gesellschaft. Das zeigen Sie mit Ihrem Tun.“ Katja Kreeb unterstrich die bundesrechtliche Problematik, bei der auch der Landkreis keinen Ermessensspielraum habe. Gleichzeitig verwies sie auf hohe Vorgaben gerade beim Betrieb von Wohngemeinschaften, die es durchdacht abzusenken gelte in Zeiten von starkem Personalmangel und überall fehlenden Pflegeplätzen.

Anschließend ging es für den Minister weiter zum Pforzheimer Siloah St. Trudpert-Klinikum, das für die Krankenpflegeschule ebenso wie für ein innovatives KI-Netzwerk zur Prostata-Früherkennung einen Landeszuschuss erhielt. „Wer durch Pforzheim durchkommt, kommt überall durch“, stellte der Minister nicht nur mit Blick auf den Verkehr fest – sondern auch, um Julia Wieland nach ihrem Amt als Huchenfelder Ortsvorsteherin alles Gute für ihren Weg in Remchingen mit auf den Weg zu geben. Erst am Montag sei er zum Antrittsbesuch bei Wielands Vorgänger Luca Wilhelm Prayon (CDU) gewesen. Prayon ist als Landrat auch für drei Gemeinden von Luchas Wahlkreis zuständig.

jza

Beeindruckt von der vielfältigen Arbeit der Diakoniestation Remchingen zeigte sich Sozialminister Manne Lucha (Vierter von rechts). Von links: Hans-Werner Huber, Gabriele Reiling, Annette Oeder, Uli Kammerer, Sandra Kießig (alle Diakonie), Klaus Fingerhut (Grüne Remchingen), Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Grüne), Sozialdezernentin Katja Kreeb, Diakonie-Vorsitzender Karl-Heinz Stengel, die designierte Bürgermeisterin Julia Wieland und ihr Stellvertreter Kurt Ebel. Foto: Zachmann

Beeindruckt von der vielfältigen Arbeit der Diakoniestation Remchingen um den Vorsitzenden Karl-Heinz Stengel (von links) zeigten sich Sozialminister Manne Lucha und die Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann, hier in der Nöttinger Demenz-WG. Foto: Zachmann

Beeindruckt von der vielfältigen Arbeit der Diakoniestation Remchingen zeigten sich Sozialminister Manne Lucha (Mitte), Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (links davon) und Katja Kreeb (rechts davon). Foto: Zachmann

Beeindruckt von der vielfältigen Arbeit der Diakoniestation Remchingen zeigte sich Sozialminister Manne Lucha (Mitte), hier vor dem Umbau der beiden Wohngemeinschaften in Wilferdingen. Foto: Zachmann

Beeindruckt von der vielfältigen Arbeit der Diakoniestation Remchingen zeigte sich Sozialminister Manne Lucha (Dritter von rechts), hier vor dem Umbau der beiden Wohngemeinschaften in Wilferdingen. Foto: Zachmann

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