Wir sind die ...
Hieristeinkaufenbequemgemeinde!
03. Februar 2019

Pestizidfreie Kommune: Landwirte und Grüne tauschen sich aus

Bodendiversität soll gestärkt werden, Vorschläge zu mehr Transparenz


Aus Anlass des Antrags der Grünen-Gemeinderatsfraktion, dass Remchingen eine pestizidfreie Kommune werden solle, haben sich Anfang Januar sechs Ortsgrüne mit elf konventionell wirtschaftenden Haupt- und Nebenerwerbslandwirten aus der Gemeinde gemeinsam an einen Tisch gesetzt. Im offenen Austausch erläuterten die Grünen ihre Motivation, unter dem fünften Punkt des Antrags die Gemeindeverwaltung dazu aufzufordern, ein Anreizsystem zu schaffen, um auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Gemeindeeigentum den Pestizideinsatz zu reduzieren oder auszusetzen.

Die Grünen-Vertreter legten dar, dass angesichts des Artensterbens und des Rückgangs der Biodiversität ein „Weiter so” nicht vertretbar sei. Gleichzeitig erläuterten die anwesenden Landwirte ihre Beweggründe, dort, wo Schadschwellen überschritten und andere Maßnahmen aus ihrer Sicht nicht zielführend seien, durchdacht und auf das nötigste Maß beschränkt Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Dabei betonten die Landwirte – ebenso mit hohem Problembewusstsein und Sorge um ihre Umwelt – dass es ihnen selbst ein wichtiges Anliegen sei, soweit möglich nicht-chemische Pflanzenschutzmaßnahmen (beispielsweise Fruchtfolgegestaltung oder mechanische Unkrautbekämpfung) vorzuziehen.

Andererseits verdeutlichten die Landwirte auch, dass man die Alternativen zum Pestizideinsatz, etwa eine intensive Bodenbearbeitung, auch unter den Aspekten Arbeitsaufwand, Effektivität, Bodengesundheit und Schonung des Bodenlebens sowie Dieselverbrauch hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit kritisch prüfen müsse. Einen umweltverträglichen Mittelweg halten sie für angemessen, um weiterhin qualitativ hochwertige Nahrungsmittel aus der Heimat zu erzeugen.

Außerdem führten sie an, dass sie neben rund 250 Hektar Grünland auf rund 100 Hektar teils wechselnden Ackerflächen, darunter auch reine Blühflächen, bereits jetzt über das gesetzlich geforderte Maß hinaus auf Pflanzenschutzmittel verzichteten. Von den Landwirten wurde außerdem erklärt, dass ihre zusammenhängenden Äcker aus vielen kleinen Flurstücken von unterschiedlichen Eigentümern bestünden und dass ein Pestizidverzicht auf genau und allein dieser Gemeindefläche praktisch nicht durchführbar sei oder die konventionelle Landwirtschaft auf dem gesamten Acker unterbinden würde.

Letztendlich wurde im offenen Austausch zwar noch keine fertige Idee entwickelt, wie der fünfte Punkt des Grünen-Antrags in die Praxis umgesetzt werden könnte. Dennoch war der offene Austausch gewinnbringend für beide Seiten. So kam auch das Image der Landwirtschaft zur Sprache und die Grünen bemerkten, dass das Bild des Landwirts und seiner Handlungsweisen oft verfälscht ankomme, dass die meisten Menschen nicht wüssten, was gerade auf dem Acker geschehe – und warum. Sie schlugen daher mehr Transparenz vor: Große Zustimmung erhielt der Vorschlag, eine Art Ackerlehrpfad, beispielsweise mit mobilen Schildern, zu gestalten und im Gemeindeblatt auf die Standorte hinzuweisen.

Gemeinsames Ziel von Landwirten und Grünen ist es, die Biodiversität zu stärken und den Einsatz von Pestiziden möglichst gering zu halten – auch wenn der von beiden Seiten vorgeschlagene Weg dorthin unterschiedlich ist. Auch die Möglichkeit von Ackerrandstreifen kam zur Sprache, ebenso eine Blühsamenförderung durch die Gemeinde – auch für private Naturfreunde.

Bestäuberfreundlich trotz Pflanzenschutzmitteln: Am Beispiel von Raps (Foto aus Wilferdingen) verdeutlichten die Landwirte, dass sie in einer verträglichen Mischung aus nicht-chemischem und chemischem Pflanzenschutz den richtigen Weg zur Biodiversität sehen.

Remchingen ist prima ...

Grußwort Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon

... das ist die Überzeugung der Betriebe und Organisationen, die dieses Informationsportal tragen. Ausgehend von einem dringenden Informationsbedürfnis über die Verkehrssituation in und um Remchingen während einer mehrmonatigen Bauphase an der B10 hat sich eine Initiative gebildet, die alle Anwohner und Besucher Remchingens nachhaltig und dauerhaft mit Informationen versorgen will. Dazu gehört:

  • Aktuelles aus Remchingen
  • Aktionen und Veranstaltungen
  • Handel, Dienstleistungen und Gewerbe
  • Aktuelle Angebote der Remchinger Betriebe
  • Nachrichten aus der Remchinger Wirtschaft
  • Aktuelle Services wie Verkehrslage, Kraftstoffpreise, Notdienste
  • u.v.m.
Fehlt was?
Sie vermissen eine Information, haben eine Anregung oder hätten eine Nachricht, die hierher gehört?

Dann schreiben Sie uns doch an info (at) remchingen-prima.de.