Auch vor der Haustüre hat die Natur kunstvolle Steine zu bieten

Es glitzerte und funkelte am Sonntag bei der Mineralien- und Fossilienbörse des Pforzheimer Vereins für Mineralogie und Geowissenschaften in der Remchinger Kulturhalle. Hand in Hand boten die Hobbysammler des Vereins und hauptberufliche Edelsteinhändler wie aus Idar-Oberstein Funde aus aller Welt zum Verkauf.

„Steine suchen ist ganz und gar kein totes Hobby“, verdeutlichte Börsenleiter Henry Stark. Mit kostenlosem Eintritt, einer Sonderausstellung zu heimischen Variationen des Fluorits und jeder Menge interaktiven Möglichkeiten vom Blick durchs Mikroskop bis zum Spalten von Drusen und Freilegen glitzernder Edelsteine mit schwerem Gerät begeisterten die Veranstalter Jung und Alt von ihrer Leidenschaft.

Er selbst habe als Kind mit dem Sammeln begonnen und seine Steinsammlung im Erwachsenenalter wieder entdeckt, erinnert sich Stark. Im Verein, der seinen Sitz im alten Schlachthof Pforzheim hat, habe der Pfinztäler sehr viel von den „alten Helden“ lernen dürfen. Derzeit ist der Verein auf Nachwuchssuche: „Schließlich bedeutet eine Tradition nicht das Weitergeben der Asche, sondern den Erhalt des Feuers“, zitiert er ein Sprichwort. Zwar organisieren die Vereinsmitglieder regelmäßig Führungen in Steinbrüchen, bei denen sie ausgerüstet mit Helm, Hammer und Meißel begleitet von den Besitzern auf Suche gehen dürfen: „Man muss aber nur mit offenen Augen und ein bisschen Sinn durch die Natur gehen, dann kann man auch dort interessante Dinge finden. Der Mensch ist ein guter Künstler, aber die Natur ist ein noch besserer“, verdeutlicht Stark mit Blick Richtung Würmtal, Neuenbürg, Knittlingen oder den Schwarzwald. Während man kleinere, mit dem Auge gefundene Mineralien von öffentlichem Grund meist behalten darf, seien gezielte Grabungen ebenso wie wertvolle oder historisch bedeutende Funde meldepflichtig.

Standen vor Jahren noch eher die Fossilien im Fokus, die wertvolle geologische und historische Informationen bergen, lassen sich die Besucher der Börse heute besonders von den glitzernden Mineralien begeistern. Manche davon sind von Natur aus schön, wie etwa der Amethyst, andere lassen die Finder erst sägen und polieren, wie etwa die Achate. Neben der Region reichen die Funde bis in die USA, nach Brasilien oder Australien. Wer mit Ben van den Berg auf Reisen geht, sollte sich auf wenig Kleidung beschränken und genug Platz im Koffer lassen: Der 71-Jährige Steinmetz im Unruhestand war über Jahrzehnte etwa in Island, Bulgarien oder Griechenland unterwegs, um an Stellen, wo es erlaubt ist, seiner Passion nachzugehen und mit Steinen im Gepäck nach Hause zu reisen. „Meist hat es geklappt, nur in Bulgarien musste ich am Flughafen alles dalassen“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende und ergänzt schmunzelnd: „Da sind Fahrten mit dem Auto in die Alpen dankbar, das kann man noch und nöcher mit Steinen vollladen, bis in den Fußraum.“ 

jza

Eine besondere Sammelleidenschaft verbindet Henry Stark (von links), Sonja Ehmendörfer und Ben van den Berg vom Pforzheimer Verein für Mineralogie und Geowissenschaften. Foto: Zachmann
Eine besondere Sammelleidenschaft verbindet Fritz Blatter (von links), Ben van den Berg, Henry Stark, Besucherin Petra Bauer, Matthias Kopp, Heike Ebert und Thomas Schepel auf der Remchinger Mineralien- und Fossilienbörse. Foto: Zachmann
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