Autofreier Kindergartentag setzt Zeichen in stark befahrener Ortsmitte
Mit einem autofreien Tag hat der evangelische Kindergarten Arche Kunterbunt in Wilferdingen dieser Tage gleich mehrere Zeichen gesetzt: für den Umweltschutz, für nachhaltige Mobilität, für die Förderung der Selbstständigkeit – aber insbesondere auch für weniger Verkehrschaos im Ortskern. 750 Kinder und Jugendliche bewegen sich täglich mitten in Wilferdingen – auf einem Radius von 130 Metern rund um die Grund- und die Realschule, den evangelischen Kindergarten und den bald fertiggestellten Kinder- und Jugendcampus mit Kindergarten, Mensa und Kernzeitbetreuung.
„Hinzu kommen die Fachkräfte, die ebenfalls auf Parkmöglichkeiten angewiesen sind“, stellt Maria Scrofan, Leiterin des evangelischen Kindergartens Arche Kunterbunt, fest. Insbesondere Kindergartenkinder und Grundschüler würden häufig mit dem Auto gebracht: „Das verdeutlicht, wie viele Menschen sich auf engem Raum in einem dicht besiedelten Wohngebiet begegnen. Für die Anwohner bedeutet dies täglich eine hohe Belastung durch Verkehr, Parkplatzsuche und Lärm.“ Kein Wunder sei es, das spätestens mit dem Bau des Campus die Rufe nach einem Verkehrskonzept für diesen Bereich immer lauter wurden.
Nachdem sie zusammen mit den Schulen diese Zahl festgestellt hatte, zögerte Scrofan nicht lange und rief mit ihrem Team zumindest für die eigene Einrichtung zu einem Tag Verzicht aufs Auto beim Holen und Bringen auf. Stattdessen schwangen sich viele Kinder auf den Sattel, den Roller oder in den Kinderwagen – begleitet von den Eltern. „Wir sind überzeugt, dass Veränderungen direkt vor Ort beginnen können – im Kleinen, im Alltag und durch unser gemeinsames Handeln. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass wir nicht darauf warten müssen, bis sich Rahmenbedingungen oder Gesetze ändern, um nachhaltig und klimafreundlich zu handeln“, verdeutlicht Scrofan und freut sich, dass viele junge Familien den Schritt mitgegangen sind.
Neben dem positiven Zusammenleben im Wohngebiet trage der bewusste Verzicht aufs Auto, wann immer möglich, auch zur Sicherheit für die Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, bei. Begegnungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad würden zudem mehr Raum für persönliche Kontakte schaffen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.
jza

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