Gemeinsam gestemmtes Millionenprojekt lässt Träume wahr werden

Der Alte Sperlingshof erstrahlt in neuem Glanz: „Das war eine Meisterleistung ohne Ende“, fasste Manfred Beck am Freitagnachmittag zusammen, was zehn Jahre nach der Ideenfindung und in vier Jahren schweißtreibender Arbeit am ältesten Gebäude des Heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfezentrums Remchingen passiert ist. Er übertrieb kein bisschen: Gut 200 Handwerker aus fast 50 regionalen Betrieben hatten dafür gesorgt, dass aus einem rund 300 Jahre alten, zuletzt aber sichtlich in die Jahre gekommenen und nur noch als Lagerraum nutzbaren Gebäude ein multifunktionales Empfangs-, Verwaltungs- und Schulgebäude entstanden ist. Dadurch entstehen andernorts neue Raumkapazitäten.

Dank zahlreicher Geber und Gaben und hochambitionierter Handwerker konnte der Trägerverein das ambitionierte Projekt überhaupt angehen, so Beck. Der Einsatz des Hausmeisterteams hatte schließlich dafür gesorgt, dass zur Sanierung und Erweiterung der gesetzte Kostenrahmen von 4,8 Millionen Euro eingehalten wurde. Als Verantwortlicher der Kinderfreundgesellschaft zeigte sich Beck gerührt und voll Dankbarkeit – schließlich kam er selbst als Vierjähriger zum Sperlingshof und lebte dort zehn Jahre. „Ich bin als Kind hergekommen und behütet hinausgegangen – das möchte ich gerne weitergeben“, erklärte der 72-Jährige seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz. Dafür dankten ihm seine Vorstandskollegen mit dem Goldenen Kronenkreuz, der höchsten Auszeichnung der Diakonie Deutschland.

„Der Erhalt einer historischen Bausubstanz ist nicht nur was für Enthusiasten und Romantiker, sondern eine herausfordernde, spannende und zugleich erfüllende Aufgabe“, lobte Architekt Peter Schaller die Ausdauer und das rege Miteinander der Beteiligten. Diese hatten das im Laufe der Jahre abgesackte Gebäude auf zwei Seiten mehr als 36 Zentimeter angehoben. Auch Schaller und sein Sohn Benedikt bekamen viel Lob für ihre Arbeit. Stellvertretend für den Enzkreis, der das Projekt „Lernen braucht (T)Räume“ ebenso finanziell unterstützt hatte wie die Gemeinde, gratulierte Sozialdezernentin Katja Kreeb: „Räume sind die Voraussetzung, aber Träume entstehen durch Menschen.“

Auf die bewegte Geschichte des 1737 von Albert Sperl erbauten denkmalgeschützten Hauses von der Gastwirtschaft über ein Räubernest bis zum ersten Waisenheim und Kirchengebäude blickte Geschäftsführer Raimund Schmidt auf humorvolle Weise. „Daraus geworden ist ein Mutprojekt, das Räume schafft, in denen Chancen und Menschen wachsen können“, unterstrich Bürgermeisterin Julia Wieland und hob die Bedeutung der 1977 der Gemeinde angegliederten Einrichtung hervor, „Der Sperlingshof ist kein Ort am Rande, sondern eines unserer Herzstücke.“ Das verdeutlichte nicht nur die fünfte Ecke des Rathausneubaus, sondern auch die Tatsache, dass Remchingen sein großes Gemeindejubiläum erst 2027 feiert. 

jza
 

Im neuen Sport- und Musikraum des sanierten und erweiterten Alten Sperlingshofs übergab Architekt Peter Schaller (Mitte) symbolisch den Schlüssel an Manfred Beck (rechts) vom Trägerverein und an Sperlingshof-Geschäftsführer Raimund Schmidt. Foto: Zachmann
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