„Gott schenkt uns Fülle in Zeiten des scheinbaren Mangels“

Nach knapp einem Jahr Vakanz ist wieder Leben im Wilferdinger Pfarrhaus: Lukas und Mirjam Best sind dort mit Sohn Jaron und der wenige Monate alten Tochter Zoé eingezogen. Anstelle des im November verabschiedeten Wilferdinger Pfarrers Friedemann Zitt, der zur Pforzheimer Stadtkirchengemeinde gewechselt ist, begrüßte die Gemeinde nun einen für ganz Remchingen zuständigen Pfarrer. Denn mittlerweile sind die drei Ortsgemeinden zur evangelischen Kirchengemeinde Remchingen fusioniert, die künftig durch den neuen Pfarrer Lukas Best, die frühere Nöttinger Pfarrerin Dagny von der Goltz und den früheren Singener Pfarrer Rudolf Kaltenbach geleitet wird.

Und noch eine Besonderheit hat die Einführung, die am Sonntagabend für eine vollbesetzte Christuskirche in Wilferdingen sorgte: „Remchingen hat einen neuen Pfarrer gesucht – und gleich zwei gewonnen. Gott schenkt uns Fülle in Zeiten des scheinbaren Mangels“, freute sich Dekan Dr. Christoph Glimpel mit der applaudierenden Gemeinde, dass sich Lukas und Mirjam Best, die promovierte Theologin ist, nach ihrer Elternzeit die Stelle gemeinsam teilen wollen. Den Anfang macht nun Lukas Best, dem der Dekan die von Landesbischöfin Heike Springhardt unterzeichnete Berufungsurkunde überreichte. Zusammen mit seiner Mutter Susan Best, Musikreferent Simon Zurmühl und Kirchengemeinderat Christian Reichinger segneten sie Best für das neue Amt.  

„Wir haben viel Grund, Gott zu loben und zu preisen und es macht richtig Spaß mit euch“, stellte der 31-Jährige am Ende des Gottesdienstes begeistert fest. Best, der sein Studium in Tübingen, Sydney, Greifswald und Heidelberg und zuletzt seinen Probedienst in Konstanz absolviert hatte, predigte zum Gleichnis vom Weinstock und unterstrich: „Ich bringe Ideen und Handwerkszeug mit nach Remchingen, aber bin eine von vielen Reben, genau wie ihr. Der Weingärtner pflegt unseren Weinberg gut und wir dürfen Früchte bringen.“ Jedem Anfang wohne ein Zauber inne, aller Anfang sei aber auch schwer – und verbunden mit Erwartungen und Träumen: „Die einen hoffen auf neue Ideen, die anderen darauf, Liebgewonnenes zu bewahren.“ Manches dürfe aber auch zu Ende gehen, damit Neues aufblühen könne: „Ich träume von einer Gemeinde, in der Menschen Jesus begegnen und im Glauben tief wachsen, von einer Kirche, in der Jung und Alt einen Platz finden und Menschen einander durch schwere Zeiten durchtragen und mit offenen Augen Neues wagen.“

Nicht nur musikalisch hatte die Gemeinde alle Register gezogen – neben dem Kindergottesdienst umrahmten der Posaunenchor, die Orgel, der Kirchenchor und ein Musikteam. Im Anschluss sorgten zahlreiche Begegnungen und Herzlichkeiten beim Sektempfang für Willkommensstimmung. Die drei Remchinger CVJM-Vereine überreichten eine lodernde Feuertonne: „Zum Warmwerden und damit ihr Wärme und Geborgenheit ausstrahlen könnt“, so Lisa Schäfer im Namen der Ehrenamtlichen.

jza

Einzug in die neue Gemeinde: Pfarrer Lukas Best (vorne links) zog am Sonntagabend zusammen mit Dekan Christoph Glimpel (daneben) und dem Kirchengemeinderat in die Christuskirche ein, wo ihn die evangelische Kirchengemeinde Remchingen als neuen Pfarrer im Pfarrtrio begrüßte. Foto: Zachmann
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