Kultige Zweitakter laden ein zum Entschleunigen
Ein emsiges Knattern herrschte am Wochenende am Wilferdinger Fluckenberg: Dutzende Mopeds bahnten sich am Samstag und Sonntag den Weg zum Vereinsgelände der Remchinger Mopedos – und mit ihnen hunderte Fans der kultigen Zweitakter auf zwei Rädern. „Das Wetter hat gepasst, die Stimmung hat gepasst und der Fluckenberg hat gebebt“, zog die Vereinsvorsitzende Simone Kohl am Sonntagmittag ein überaus positives Zwischenfazit.
Am Samstagabend unterhielt die regionale Coverband BBlue, deren Sängerin Josephine Lippolt in direkter Nachbarschaft wohnt, mit Rock und Pop-Klassikern: „Das hat wie die Faust aufs Auge gepasst – unsere Besucher waren gleich Feuer und Flamme.“ Ob Zündkerze oder Helm: Ein Tattoo nach dem anderen stach der Remchinger Künstler Roland Horst (Crazy Colors) derweil vor Ort für den guten Zweck: Die Spenden wollen die Mopedos dieses Jahr unter anderem der Anschaffung einer E-Rikscha durch die Diakoniestation und anderen Projekten für Senioren in Remchingen zugutekommen lassen.
Für zahlreiche Hingucker und jede Menge Gesprächsstoff sorgte derweil eine Ausstellung der Besucher, die neben der Umgebung auch aus dem Murgtal oder der Pfalz nach Wilferdingen knatterten. Das Mopedfahren neu entdeckt hat auch eine Gruppe der Wössinger Bulldog-Freunde – und eine Unterabteilung gegründet: „Die Mopeds, die wir nach unserer Jugend hergegeben haben, haben wir wieder gekauft – zum fünffachen Preis“, stellte Jochen Payer fest. Seither ist er mit René Müller auf der Jagd nach Bügelaufnähern befreundeter Vereine, sogenannter Patches: „Wir sind wie eine Riesenfamilie“, unterstrich Müller, der eine Simson Star von 1971 fährt, „Mopedfahren ist nicht nur Kult, sondern auch zurückgehen zu den Wurzeln der Jugend, entschleunigen und zusammen Ausfahren unternehmen.“
Dabei darf es auch mal sportlich zugehen: So hat die Gruppe bereits am Schwarzwald-Moped-Marathon teilgenommen. Von Remchingen an die Mosel gezogen hat es derweil ein Dutzend der hiesigen Mopedos: „Das war ein heißer Ritt angesichts der Temperaturen, aber gleichzeitig ein tolles Miteinander untereinander und mit den anderen Verkehrsteilnehmern“, freute sich Kohl.
jza

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