Meldungen aus dem Gemeinderat

Zuwegung zum Bahnhof künftig doch per Aufzug
Für die geplante barrierefreie Erschließung des Remchinger Bahnhofs hatte die Gemeinde auf der Singener Seite, die der Gemeinde und nicht der Bahn gehört, ursprünglich eine lange Rampe und eine kurze Treppe geplant. Dazu wäre ein kleiner Grunderwerb auf dem Nachbargrundstück nötig gewesen. Nun soll es dort doch einen Aufzug geben, ebenso wie am Mittelbahnsteig und auf der Wilferdinger Seite. Die ursprüngliche Rampenplanung sei aufgrund der Betroffenheit Dritter nicht möglich gewesen, so die Sitzungsvorlage. Die neue Lösung soll rund zwei Millionen Euro kosten und sei damit – anders als ursprünglich vermutet – über einen Betriebszeitraum von 20 Jahren gerechnet rund ein Drittel günstiger als die bisherige. Einstimmig beauftragte der Rat Bürgermeisterin Julia Wieland zu einer entsprechenden Vertragsänderung mit der Bahn.

Remchinger Hallenbad öffnet wieder
Nach fast zwei Jahren umfangreicher Sanierungsarbeiten starten die Turnhalle und das Hallenbad an der Singener Bergschule am Montag, 5. Oktober, wieder in ihren regulären Betrieb für Schüler und Vereine. Insgesamt liegen die Sanierungskosten bei rund elf Millionen Euro. Für die Öffentlichkeit ist das Bad künftig dienstags bis freitags von 18 bis 21 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Dutzendkarten gibt es ab kommender Woche im Kartenbüro der Kulturhalle. Im Oktober sei außerdem ein Tag der offenen Tür geplant, berichtete Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos).  

Kulturhalle ist vielfältiger Begegnungsort
Als vielfältigen Ort für Begegnungen, Kultur und Gemeindeleben blickte Kulturhallenleiterin Jeannine Pfrommer bei der Remchinger Ratssitzung auf die Kulturhalle. An 322 Belegungstagungen im vergangenen Jahr zählte das meist anderthalb Jahre im Voraus ausgebuchte Haus rund 65.000 Besucher. Davon gab es an 54 Tagen Kulturveranstaltungen. Rund ein Drittel der Besucher kommt aus Remchingen. „Nicht jeder muss alles im Programm mögen, aber jeder sollte die Möglichkeit haben, etwas zu finden was er mag“, erklärte Pfrommer die Devise bei der Programmauswahl, „Kultur ist mehr als Unterhaltung und liefert auch einen Beitrag zur Demokratie.“ Kulturhalle und Bibliothek schlossen 2025 mit einem Defizit von rund 740.000 Euro ab. Dafür gab es in Investitionen in eine neue Tonanlage, in ein neues, energieeffizientes Saallicht und ein neues Kühlhaus.  

Spielplatz in Singen weiterhin Brennpunkt
 „Mittlerweile ist es grauenhaft, was täglich kaputt gemacht, vermüllt und angestellt wird“, berichtete der Remchinger Gemeinderat Alexander Schwenk (FWV) von der Situation am Spielplatz gegenüber des Kindergartens Wilferdinger Straße in Singen. Jugendliche seien nachts mit Mopeds unterwegs, es gebe Körperverletzungs-, Brand- und sogar Sprengstoffdelikte, berichtete Schwenk von der Sprengung eines Mülleimers in den vergangenen Tagen und bat eindringlich, genauer hinzuschauen und die Delikte auch polizeilich zu verfolgen. Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos) erklärte, dass der Gemeindevollzugsdienst regelmäßig vor Ort sei. 

Es sei schon jahrzehntelang ein Problem, dass Remchingen keinen wirklichen Treffpunkt für Jugendliche habe, stellte Felix Casper (CDU) fest, woraufhin Wieland betonte, dass das Geld für eine Hütte längst da sei, aber der geeignete Platz fehle. „Wir haben hier über Sachbeschädigung und ihr wollt ihnen jetzt auch noch eine Hütte hinstellen?“, zeigte sich Schwenk verdutzt und betonte, dass er damit einzelne und nicht die Mehrheit der Jugendlichen meine.

Umstellung auf digitale Wasserzähler geplant
Wie berichtet plant die Gemeinde Remchingen die Umstellung auf digitale Wasserzähler. Nachdem bereits die Stadtwerke Pforzheim ihr Angebot präsentiert hatten, folgte in der vergangenen Sitzung die Netze BW. Eine Entscheidung soll im Oktober folgen. Remchingen plant die Umstellung von rund 3.700 Zählern, womit das manuelle Ablesen weitestgehend entfällt und die Gemeinde Leckagen frühzeitig erkennen kann. 
Außerdem beschloss das Gremium die Ersatzbeschaffung von 18 Kopierern für die Gemeindeverwaltung samt Außenstellen, Schulen, Kitas und die Feuerwehr für rund 110.000 Euro für die kommenden sechs Jahre. Gabriele Ullrich (Grüne) und Thomas Merz (Bürgerliste) bemerkten die hohen Beratungskosten in Höhe von rund 40.000 Euro für die Ausschreibung, woraufhin Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos) auf die dadurch ebenso hohen Einsparungen verwies.

Gemeinderat erhöht Hundesteuer nur moderat 
Anstatt dem Vorschlag der Verwaltung, die Hundesteuer in Remchingen um ein gutes Drittel zu erhöhen, stimmte der Rat lediglich für eine Erhöhung um 15 Prozent. Einen entsprechenden Änderungsantrag hatte Martin Rothweiler (Freie Wählervereinigung) gestellt, nachdem mehrere Räte für eine moderate Erhöhung plädiert hatten. „Mittlerweile ist ein Punkt erreicht, wo ich dem Bürger nicht mehr zumuten möchte – wir müssen eher über Sparkonzepte nachdenken“, hatte Alexander Schwenk (FWV) plädiert, während Volker Bräuninger (SPD) eine Liste aller Gebühren und dem Verlauf der letzten Erhöhungen als notwendig ansah. Auf die Einführung einer Hundemarke zur Kontrolle wolle man zugunsten der Tiere und Halter weiterhin verzichten, erfuhr Klaus Fingerhut (Grüne) auf Nachfrage vom stellvertretenden Kämmerer Matthias Schüle. 

In Remchingen gibt es etwa 518 Hunde und drei Kampfunde, die Erträge der Hundesteuer beliefen sich bisher auf rund 45.000 Euro. Wolfgang Oechsle (Bürgerliste) erklärte, dass die Hundesteuer eigentlich nicht gedacht sei, um Einnahmen etwa für Kotstationen zu generieren, sondern um die Zahl der Hunde in der Gemeinde in verträglichem Maß zu halten. Zu Beginn der Sitzung hatte eine Hundehalterin aus Wilferdingen nachgefragt, warum man ausgerechnet Hundebesitzer belaste: „Auch Katzen und Pferde sind mittlerweile keine reinen Nutztiere mehr und tragen ebenso wie der Mensch dazu bei, dass Grünflächen und Wege sauber gehalten werden müssen.“

jza
 

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