Museumstag macht am Remchinger Römerhof Geschichte und Geschichten erlebbar

Was im Remchinger Römermuseum unter dem Jerusalem-Panorama mit einem klangvollen Quartett des Karlsruher Chors Les Chanteurs begann, stand anschließend insbesondere im Zeichen der lokalen Geschichte und Geschichten: Den internationalen Museumstag verbanden die Ehrenamtlichen am Römerhof mit einem Frühlingsfest, bei dem sie Kulturelles und Historisches für Jung und Alt erlebbar machten.  

„Das diesjährige Motto Baden-Württemberg erzählt haben wir uns heute umso bewusster auf die Fahne geschrieben“, begrüßte Bürgermeisterin Julia Wieland, zugleich erste Vorsitzende des Heimatvereins. Sie dankte dem allesamt ehrenamtlichen Museumsteam, „das mit ganz viel Liebe und Hingabe hier seine Freizeit verbringt.“ Während Sabine Stalf, Dirk Vogeley und Edgar Kunzmann mit dem Team eine kaiserliche Münze unter die Lupe nahmen, Keramikverzierungen analysierten oder zum Mühle-Spiele á la dazumal einluden, hatte Ulla Bubba im Museumskaffee zwischen selbstgemachten Torten erfrischende Frühlingsgedichte mit dabei.

Die Wilferdinger Waschweiber Helene Schwarz und Monika Foemer warteten mit Sagen und Legenden der Ortsgeschichte auf: So erfuhren die gespannten Besucher von der silbernen Glocke am früheren Kloster beim Sperlingshof, die noch immer aus dem Brunnen bimmeln soll, wenn die Mönche umhergehen, von Kämpfelbacher Kräuterfrauen, denen man den Hexenprozess gemacht habe oder von einem Hufeisen, das eine Schulklasse in den 30er-Jahren dem Schlosspferd zugeordnet hatte. „In Wirklichkeit war es von einem Esel. Aber ein bisschen Wahrheit ist immer mit dabei“, verdeutlichte Schwarz. Viele der Geschichten bekam sie von ihrer Mutter oder Großmutter überliefert: „Man hat sie beim Vorsitz am Ofen erzählt – jeder hat etwas dazu gewusst und die Geschichte wurde gefährlicher und gefährlicher.“ 

So soll das „Schießloch-Männle“ zu Lebzeiten Grenzsteine zu seinen Gunsten versetzt haben und dürfe daher noch immer nicht sterben. Auch noch in den kommenden Monaten sind die Geschichten sonntagnachmittags als detailreich dekorierte Dioramen zu sehen, während das Team bereits an der Carl Dittler-Ausstellung arbeitet, die im Herbst eröffnen soll. 

jza
 

Eingeläutet hat den internationalen Museumstag im Glasbau des Remchinger Römermuseums ein Quartett des Karlsruher Chors Les Chanteurs. Foto: Zachmann
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