Nachts im Museum gibt es allerhand zum Ausprobieren

Nachts im Museum gibt es viel zu entdecken – vor allem, wenn gleich fünf auf kurzen Wegen verbundene Ausstellungen in ihren Bann ziehen: Für staunende Blicke zwischen Wählscheibentelefonen und Kunstskulpturen, römischen Leckerbissen oder geschichtsträchtigen Puppen, allerlei Möglichkeiten zum Ausprobieren und tiefgehende Gespräche von Jung und Alt sorgte am Samstag die fünfte Remchinger Museumsnacht.

Die Drähte glühten heiß im Telefon- und Fernmeldemuseum von Michael Hildwein, der im alten Stellwerk über 500 meist voll funktionsfähige Apparate aus 150 Jahren Telefonie samt riesiger Vermittlungsanlage angesammelt hat, sodass sich die Besucher gegenseitig anrufen können. Voll in seinem Element präsentierte der Wilferdinger die Technik vom Fernschreiber am Beispiel eines international brisanten Schreibens an den damaligen Kanzler Adenauer, für dessen Szene Hildwein samt dem historischen Gerät Teil des Filmsets von „Akte General“ war. Verbunden hat Hildwein nicht nur seine Telefone, sondern auch die Remchinger Museen: „Künftig planen wir eine noch stärkere Vernetzung mit gemeinsamem Auftreten“.

So ließen wenige Meter weiter die Modelleisenbahnfreunde nicht nur ihre Züge durch die Nacht rauschen, sondern auch beleuchtete Jahrmarktattraktionen oder Rettungsdienste. Unterstützt von den Älteren übernahm die Jugendabteilung den mittlerweile volldigitalen Fahrdienst. Die Lichter aus ließ auch das Römermuseum im Glasbau am Niemandsberg, sodass sich die gespannten Besucher mit Dirk Vogeley den Weg durch die historischen Gemäuer bis hin zum Viergötterstein per Taschenlampe bahnen und allerlei Schriftzeichen und Münzen entdecken konnten. Römische Leckerbissen in Form von Moretum, einem Schafskäse mit Kräutern, den Nelli Betz zubereitet hatte, durften nicht fehlen.

„Ich bin überrascht, was die Einrichtungen in Remchingen alles zu bieten haben. Die Nacht verleiht dem ganzen nochmal eine ganz andere Atmosphäre und setzt einen neuen Fokus“, freute sich Daria Lutzweiler mit ihrem Partner Michael. An der Kirchstraße zog die Puppenstube von Helene Schwarz mit hunderten historischen Puppen in ihren Bann. „Ich habe viel erwartet – aber das hätte ich mir nicht vorstellen können“, staunte Besucherin Elisabeth Schneider über die filigrane Vielfalt an Puppen, Tieren oder Einrichtungsgegenständen, mit denen Schwarz in jedem noch so kleinen Eckchen eine besondere Geschichte erzählt. „Mittlerweile bringen mir die Leute sogar Ersatzteile zum reparieren“, stellte die Sammlerin fest, deren Raritäten bis zu den ersten „Schildkröt“-Puppen aus dem Jahr 1890 zurückreichen.

Jede Menge Geschichten erzählen konnten in der benachbarten Alten Kirche auch Christa Kröner-Kußmaul und Edgar Kunzmann. Während sie durch die Heimatausstellung auf der Empore führten, setzten unten die Künstler Peter Schröder und Volker Völkle aus Remchingen sowie Ute Thumulka aus Durlach Gemälde und Skulpturen eindrucksvoll in Szene.

jza

Spannende Einblicke in die Funktionsweise eines Fernschreibers gab Michael Hildwein in seinem Telefon- und Fernmeldemuseum bei der fünften Remchinger Museumsnacht. Foto: Zachmann
Spannende Einblicke in die Funktionsweise einer Vermittlungsanlage gab Marco Kuntz im Telefon- und Fernmeldemuseum bei der fünften Remchinger Museumsnacht. Foto: Zachmann
Gemälde und Skulpturen präsentierten Peter Schröder (von links), Ute Thumulka und Volker Völkle bei der fünften Remchinger Museumsnacht in der Alten Kirche. Foto: Zachmann
Seine Kunst präsentierte Peter Schröder (Mitte) bei der fünften Remchinger Museumsnacht in der Alten Kirche.Foto: Zachmann
In der Heimatausstellung auf der Empore der Alten Kirche Wilferdingen erklären Christa Kröner-Kußmaul (links) und Edgar Kunzmann Heidi und Thomas Zollt sowie ihren Enkeln Sophia und Till die Geschichte der Remchinger Ortsteile. Foto: Zachmann
Für staunende Blicke sorgte die Puppenstube von Helene Schwarz (rechts) bei der fünften Remchinger Museumsnacht. Foto: Zachmann
Für staunende Blicke sorgte die Puppenstube von Helene Schwarz bei der fünften Remchinger Museumsnacht. Foto: Zachmann
Die Geschichte der Telefone zeigt Michael Hildwein (von links) in seinem Telefon- und Fernmeldemuseum den Besuchern Christian Steinwand und Riko Kaempf. Foto: Zachmann
Ihre eigene Anlage haben Jonas (von links), Jonathan und Robin bei den Remchinger Modelleisenbahnfreunden gebaut. Foto: Zachmann
Auch bei Nacht ist bei den Remchinger Modelleisenbahnfreunden viel geboten. Foto: Zachmann
Mit der Taschenlampe gab es im Remchinger Römermuseum viel zu entdecken. Foto: Zachmann
zurück

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

Terms is required!

Please accept

* Diese Felder sind erforderlich.