Remchingen investiert zukünftig kräftig in Schulsanierungen
Der Schulbetrieb ist zwar Ländersache, die Zuständigkeit für die Gebäude und Einrichtungen liegt jedoch bei den Schulträgern – und damit meist bei den Kommunen. Das bekommt Remchingen in den kommenden Jahren besonders zu spüren: Mit Schätzungen zufolge 32 Millionen Euro will die Gemeinde ein umfassendes Paket zur Schulsanierung schnüren. Damit will sie in den Jahren 2027 bis 2038 die zehn Gebäude aller fünf Remchingen Schulen (außer der vom Sperlingshof betriebenen Schule) fit für die Zukunft machen.
Bauamtsleiter Markus Becker präsentierte dem Gemeinderat das Mammutprojekt, das zunächst an den Standorten mit akutem Sanierungsbedarf beginnen soll. So sind für die Bergschule in Singen 10,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Arbeiten sollen 2028 beginnen. „Wir müssen diese Schule dringend angehen“, unterstrich Becker mit Blick auf abgeplatzte Betonwände, Wassereintritte und einen nicht mehr zeitgemäßen Brandschutz im Altbau der Grundschule mit auslaufender Werkrealschule. Auch wenn es sich nur um eine Sanierung handle, sei aufgrund der Summe ein Architektenwettbewerb notwendig, ebenso wie Ausweichcontainer für bis zu acht Klassenzimmer.
Die energetische Sanierung der Peter-Härtling-Grundschule in Wilferdingen soll 2030 am Terrassenbau und 2037 am Altbau beginnen. Bereits zuvor ist eine Erneuerung der EDV-Struktur geplant. Insgesamt plant die Gemeinde für diese Schule 8,9 Millionen Euro. An der benachbarten Carl-Dittler-Realschule sollen die Arbeiten 2032 beginnen und sind mit 4,7 Millionen Euro veranschlagt, gefolgt von der Bertha-Benz-Grundschule in Nöttingen mit 2,8 Millionen Euro und Sanierungsbeginn 2034 sowie dem Gymnasium als jüngstes Gebäude mit 5,5 Millionen Euro und Sanierungsbeginn 2036. Zuvor sind intensive Planungsphasen vorgesehen. Volker Bräuninger (SPD) erfuhr, dass Becker nicht mit Zuschüssen von mehr als einem Drittel rechne.
„Bevor wir über eine Sanierung nachdenken, sollten wir uns erst einmal im Klaren sein wie es weitergeht mit den Schulen“, betonte Alexander Schwenk (FWV) mit Blick auf die Bergschule. Nach dem Auslaufen der Werkrealschule hatte die Schule wie berichtet Pläne zur Einführung einer Ganztagesschule präsentiert, die jedoch keine Mehrheit im Gremium fanden. „Wir haben uns aber nicht gegen eine Ganztagsschule, sondern nur gegen den Beginn zum Schuljahr 2027/2028 entschieden“, betonte Klaus Fingerhut (Grüne). Andere Räte sahen das anders. „Wir können aber auch nicht jede Sitzung neu entscheiden“, erklärte Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos), die die Initiative der Schulleitung begrüßt hatte. Sie bat, bei Bedarf einen Antrag zu stellen. Während Felix Casper (CDU) eine Kooperation von Realschule und Bergschule vorschlug, brachte Schwenk die Idee eines Neubaus zwischen Wilferdingen und Singen ins Spiel, der sich aus freiwerdenden Bauflächen am Werkrealschul-Teil der Bergschule finanzieren könne.
jza



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