Remchinger müssen sich in Sachen Ganztagsschule weiter gedulden

In Remchingen wird es vorerst keine Ganztags-Grundschule geben: Mit zwölf Gegenstimmen bei sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen sprach sich der Gemeinderat dagegen aus, dass die Verwaltung einen Antrag auf Einrichtung in Wahlform ab dem Schuljahr 2027/2028 einreicht. Trotz Vorberatungen vermissten viele Räte noch immer ausreichende Informationen, insbesondere über finanzielle Auswirkungen. Ein Antrag müsste jedoch bis Oktober gestellt und im Vorfeld umfangreich ausgearbeitet werden – daher wäre die Maisitzung die letzte Chance für 2027, erklärte Amtsleiterin Britta Hoffmann vor der Abstimmung.

Da in Singen wie berichtet die Werkrealschule ausläuft und dabei Räume ebenso wie personelle Kapazitäten frei werden, hatte Schulleiterin Elisabeth Roser im vergangenen Jahr ein Konzept vorgelegt und angeregt, die Gunst der Stunde zu nutzen. Eine Umfrage der Gemeindeverwaltung hatte das Interesse von 21 Erstklässlern aus ganz Remchingen ab Herbst 2027 sowie 18 im Folgejahr ergeben. Damit könnte die Schule neben der Halbtagsbeschulung eine Ganztagsklasse mit beispielsweise drei verbindlichen Unterrichtsnachmittagen und kommunalen Betreuungsangeboten an den anderen anbieten. Den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllt Remchingen wie berichtet an allen drei Grundschulen ohnehin durch die kommunalen Angebote, die weiterbestehen würden. 

Während sich insbesondere die Grünen- und die SPD-Fraktion für ein rasches Angebot der Ganztagesschule einsetzten, las Thomas Grund (FWV) aus der unverbindlichen Umfrage keinen großen Bedarf. Felix Casper (CDU) erwartete Mindereinnahmen bei der kommunalen Betreuung. Aufgrund mangelnder Informationen stellte Martin Rothweiler (FWV) einen Antrag auf Vertagung, den die anderen Fraktionen jedoch ablehnten.

Während Tomislav Glavaš (SPD) für eine ideologiefreie Entscheidung appellierte, stellte Gabriele Ulrich (Grüne) heraus: „Wir sollten den Blick auf die Kinder richten und ihnen diese Chance geben, anstatt sie zu vertun.“ „Wir können wenig falsch machen, aber ein neues Modell für die Eltern und Kinder dazugewinnen“, erklärte Klaus Fingerhut (Grüne) mit Blick auf laut Sitzungsvorlage 50.000 bis 80.000 Euro Umnutzungskosten. Hinzu kommen ohnehin anfallende hohe Sanierungskosten der Bergschule.

„Aktuell haben wir einen großen Pool an Lehrkräften, die auch bereit sind für den Nachmittagsunterricht. Wie das in zwei oder drei Jahren ist, kann ich nicht sagen“, erklärte Schulleiterin Elisabeth Roser aus dem Auditorium auf Fingerhuts Frage, ob die Entscheidung wirklich beliebig aufschiebbar sei. Man dürfe den Rat nicht unter Druck setzen, erklärte Wolfgang Oechsle (Bürgerliste) und Christian Roser (CDU) befand: „Ich fühle mich massivst in eine Entscheidungsecke gedrängt.“ Er halte es hier mit Adenauer, unterstrich Martin Gegenheimer (CDU): „Keine Experimente – erst recht nicht, wenn es um Kinder geht.“

jza

Die Singener Bergschule wird vorerst keinen Ganztagsunterricht in Wahlform anbieten – trotz leerstehender Räume und bald neu sanierter Turn- und Schwimmhalle (rechts). Foto: Zachmann
Die Singener Bergschule wird vorerst keinen Ganztagsunterricht in Wahlform anbieten – trotz leerstehender Räume und bald neu sanierter Turn- und Schwimmhalle (links). Foto: Zachmann
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