Remchinger Rathausteam lässt sich auf den Prüfstand stellen
Ein externes Kommunalberatungsbüro soll das Remchinger Rathausteam intensiv interviewen und begleiten, um einen neutralen professionellen Blick von außen auf die Abläufe zu werfen und Verbesserungsvorschläge zu geben. Der Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend einstimmig unter fünf Angeboten eine Vergabe an die deutschlandweit tätige Allevo Kommunalberatung für 39.000 Euro netto. „Wir werden die Organisation der Verwaltung einmal komplett durchleuchten, und zwar ohne Scheuklappen“, verdeutlichte Geschäftsführer Christian Rottländer.
Zum Angebot gehören neben gemeinsamen Workshops vertrauliche Einzelgespräche mit allen 49 im Rathaus Beschäftigten ohne Außenbetriebe, eine Prüfung der Räumlichkeiten und Sachmittel, eine Personalbedarfsermittlung, aber auch eine Bewertung der Ablauforganisation, der Hierarchiestruktur der vier Ämter und des Führungsverhältnisses durch die vier Amtsleiter und Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos). Nach rund acht Monaten rechne Rottländer mit erwartungsgemäß 120 bis 150 kleinen und größeren Handlungsempfehlungen zur Umsetzung: „Diese werden wir Ihnen wie ein Architekt beim Hausbau machen – entscheiden muss am Ende aber wer darin leben möchte.“ Die wichtigsten Ergebnisse wollen die Berater dann auch den Mitarbeitenden und dem Gemeinderat präsentieren.
Vorausgegangen war laut Sitzungsvorlage eine Verwaltungsausschuss-Sitzung im Herbst 2025, die dazu angeregt haben soll, Rathaus-intern einzelne Optimierungspotenziale zu identifizieren und Anpassungen durchzuführen. „Aufgrund bekannter, sich wiederholender Probleme in Sachen Abläufe, Prozesse und Effizienz“ wolle der Rat die Beratung beauftragen. Damit wolle man „die Organisation und die internen Prozesse des Rathauses analysieren, um diese langfristig optimieren zu können.“ Ziel sei am Ende eine schlagkräftige, funktionierende Verwaltung, die alle Aufgaben mit möglichst wenig Personal, aber unter guten Arbeitsbedingungen durchführen könne, verdeutlichte Rottländer auf Nachfrage von Felix Casper (CDU). Sein Büro sei auch schon in Pfinztal und in Königsbach-Stein im Einsatz gewesen.
Timo Grund (Freie Wählervereinigung) schlug eine Evaluierung ein Jahr nach der Analyse vor, der Wieland zustimmte. „Interviewen Sie mich auch? Ich hätte einiges zu erzählen“, warb Klaus Fingerhut (Grüne) für eine Beteiligung des Gemeinderats, um sich nicht auf eine Innensicht zu beschränken: „Die Beratung ist nicht Anliegen der Verwaltung, sondern des Gemeinderats – und das hat seine Gründe.“ Er plädierte außerdem dafür, das Altenpflegeheim, die Bäder und die Kulturhalle mit in den Fokus zu nehmen. Eine Untersuchung des Bauhofs sei bereits angefragt, ergänzte Wieland.
jza


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