Rockige Lebensfreude kommt südafrikanischen Waisenkindern zu Gute
2,8 Millionen ist die Zahl, die am Samstagabend in großen Lettern auf Plakaten an den Seitenwänden des Nöttinger Löwensaals hängt.
Sie steht nicht etwa für die Anzahl an Tickets, die Rockstars wie Tina Turner, Deep Purple oder Pink, denen die Cover-Band „Crazy Train“ an diesem Abend ihr Tribut zollt, in Glanzzeiten gut und gerne auf einer Tournee verkauften. Sie steht für die Zahl an Waisen- und Halbwaisenkindern, die aktuell in Südafrika leben, oft unterhalb der Armutsgrenze.
Erst recht geben der Remchinger Frank Lemmermeier und seine Band jede Menge Gas auf der Bühne und bringen das Publikum vom jungen Paar bis zur Seniorin zum Mitfeiern und Mittanzen. Platz gibt es genug an diesem Abend – der Funke springt schnell über und das Rockkonzert hat durchaus etwas von Wohnzimmeratmosphäre.
Dafür sorgt die „Crazy Train“-Frontfrau Fawn Arnold, US-amerikanische Vollblutmusikerin und Gesangslehrerin in Bühl, die schon in zahlreichen Musicals von „Mamma Mia“ bis zum „Tanz der Vampire“ mitgewirkt und auf Kreuzfahrtschiffen im Einsatz war.
Das 2019 gegründete Remchinger Bandprojekt sieht sie als Hobby – und verleiht ihm ihre ausdrucksstrake Stimme, die in höchsten Tönen bekannte Rockklassiker neu interpretiert. „Wenn ich diese Lebensfreude auf der Bühne sehe, sehe ich Südafrika“, stellt Frieda Hofmann begeistert fest. Die gebürtige Afrikanerin ist Vorsitzende des Vereins Mosaic SA Deutschland mit Sitz in Keltern, der insbesondere Alleinerziehende und Familien in Südafrika unterstützt, Waisenkinder aufzunehmen und ihnen eine neue Zukunft zu geben.
„Wir machen unsere Musik nicht zum Geldverdienen, sondern aus Spaß“ verdeutlicht Frank Lemmermeier, der über Christina Demezzi auf den Kelterner Verein aufmerksam geworden ist und von der Idee eines Benefizkonzerts begeistert war. Der Remchinger Dental-Feinmechanik-Unternehmer ist seit 45 Jahren im Musikgeschäft. Angefangen mit einer Realschul-Schülerband und einer Tanzkapelle während seiner Bundeswehrzeit gründete er als junger Vater seine erste Hobbyrockband. Mit „Crazy Train“ legte er 2019 eine Schippe drauf.
Neben Lemmermeier am Keyboard und Dieter Bauer, mit dem er in jungen Jahren schon im CVJM Wilferdingen unterwegs war, an der Gitarre sorgt Oliver Ruf aus Leopoldshafen für die tiefen Basstöne. Für das Schlagzeug konnten sie mittlerweile Maxim Kushyl gewinnen – einen ukrainischen Kriegsflüchtling, der bei Lemmermeier eine neue Arbeit gefunden hat. Gemeinsam mit ihrem „Juwel“ Fawn Arnold reicht ihr Repertoire von den späten 60er-Jahren bis hin zu aktuellen Rock-Charts, die sie in Kneipen, beim Wilferdinger Motorock, vor dem Sonnenuntergang an den Vogesen oder über den Bühler Faschingsumzug rollend neu interpretieren.
Ein weiteres Benefizkonzert zugunsten des Vereins Mosaic SA Deutschland geben am Samstag, 14. November, um 19 Uhr Sandie Wollasch und Matthias Hautsch in der evangelischen Kirche Königsbach.
JZA



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