Singener Bergschule könnte bald einen Ganztags-Grundschulzug anbieten
Einen wichtigen Schritt Richtung Einrichtung einer Ganztages-Grundschule ging der Remchinger Gemeinderat: Die Bergschule Singen könnte ab Sommer 2027 neben dem regulären Grundschul-Unterricht zunächst für die erste Klasse auch eine Ganztagsbeschulung bieten. Anmelden könnten sich auch Kinder anderer Ortsteile. Das würde die Schullandschaft bereichern und eine sinnvolle Nachnutzung der mit Auslaufen der Werkrealschule freien Räume und Kapazitäten bieten, argumentierten Amtsleiterin Britta Hoffmann und Rektorin Elisabeth Roser. Wie berichtet hat die Bergschule aktuell keine fünfte Klasse mehr, wegen bereits zuvor geringer Nachfrage muss die Werkrealschule aufgelöst werden.
Hoffman stellte eine Abfrage an die Eltern der rund 500 Kindergartenkinder vor. Ein Viertel meldete sich zurück. Die Eltern von 44 Kindern unterschiedlichen Alters würden sich unabhängig vom Wohnort für eine Ganztags-Grundschule entscheiden, am liebsten an vier bis fünf Tagen und bis 15 oder 16 Uhr. 38 weitere würden das Angebot nur dann wählen, wenn es in ihrem Teilort verfügbar wäre. Für ein Angebot in Singen würden sich ab Sommer 2027 21 Erstklässler entscheiden, danach 18. „Damit hätten wir eine stabile Zweizügigkeit“, so Roser, die derzeit mal eine, mal zwei erste Klassen einschult.
Voraussichtlich würde die Schule eine erste Klasse regulär, die andere ganztags an drei Nachmittagen mit Unterricht, an den anderen ergänzt durch die kommunale Betreuung, anbieten. Sonst seien auch gemischte Klassen denkbar. Unabhängig von der Einführung blickte Bauamtsleiter Markus Becker auf immensen Sanierungsbedarf der Bergschule.
Für die weitere Entscheidungsfindung beauftragte der Rat die Verwaltung mit einer umfangreichen Kostenanalyse gegenüber dem Normalbetrieb. Hans Zachmann (CDU) stimmte dagegen. Tomislav Glavaš (SPD) hätte sich einen offensiveren Beschluss gewünscht: „Für mich stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie schnell und wie gut, um keine Zeit zu verlieren.“ Auch Martin Rothweiler (FWV) und Gabriele Ulrich (Grüne) sahen schnellen Handlungsbedarf. Demgegenüber wertete Timo Grund (FWV) die Ergebnisse ganz anders: „Für mich zeigen die Zahlen gerade keinen Bedarf.“ Auch Felix Casper und Raphael Blattner (CDU) wünschten sich „eine ideologiefreie Abwägung“.
Hoffman betonte auf Nachfrage, dass die Gemeinde den ab diesem Jahr geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule durch die kommunalen Betreuungsangebote an allen drei Orten ohnehin erfülle, unabhängig von einer Beschulung. Man könne die Angebote nicht direkt vergleichen, erklärte Roser. Der größte Unterschied sei, dass die Schule mit Ausnahme des Mittagessens und ergänzender Betreuung kostenlos für die Eltern und mit anderem Fachpersonal angeboten wird – aber auch verpflichtend ist: „Da kann man bei schönem Wetter nicht einfach mal sagen: Heute gehen statt zur Schule ins Freibad.“
jza


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