Trotz Erhöhung sind Kindergartengebühren bei weitem nicht kostendecken
Einig war sich der Remchinger Gemeinderat am Donnerstag, den Empfehlungen des Städtetages, Gemeindetages und der Kirchenleitungen zu folgen und die Elternbeiträge für die Kindergärten zum Kindergartenjahr 2026/2027 um 4,5 Prozent, im darauffolgenden Jahr um vier Prozent zu erhöhen. Der Kostendeckungsgrad lag in Remchingen zuletzt bei 16 Prozent und damit unter dem landesweiten Schnitt.
Für längere Diskussionen sorgte die Frage nach der Höhe des Zuschlags für Kinder unter drei Jahren, die anstatt einer Krippe eine altersgemischte Kindergartengruppe besuchen. In einer Regelgruppe muss dann nach Betriebserlaubnis ein Kindergartenplatz unbesetzt bleiben. Die Empfehlung sieht daher einen Zuschlag von 100 Prozent vor, Remchingen erhob bislang jedoch nur 50 Prozent, da es im Gegensatz zur Krippe keine festen Schlafzeiten und Schlafräume gebe und auch der Betreuungsschlüssel niedriger sei. Als Mittelweg schlug die Verwaltung maximal 75 Prozent vor und verwies darauf, dass dies aktuell sechs Kinder betreffe. Bei einem 100-Prozent-Zuschlag wäre der Krippenplatz günstiger als der Kindergartenplatz.
„Nur weil die Kinder zu jung sind, aber ansonsten in der Gruppe mitlaufen und nicht mehr von der Betreuung haben außer vielleicht zwei Mal mehr die Windeln zu wechseln, sollten wir nicht erhöhen“, plädierte Alexander Schwenk (Freie Wählervereinigung und überzeugte schließlich zwölf von 17 anwesenden Räten. Für kurze Verwunderung sorgte dabei der Beschlussvorschlag mit mehreren Optionen. „Das ist ein schönes Osterei, diesen Vorlagentyp sehe ich zum ersten Mal“, kommentierte der jahrzehntelange Bürgermeister-Stellvertreter Kurt Ebel (CDU), der die Sitzung moderierte.
Mit der Änderung der Benutzungsordnungen für die Kindergärten regelten die Räte unter anderem die Vorgaben für die Abholung durch Geschwisterkinder unter zwölf Jahren und legten fest, dass es bei einzelnen kurzfristigen Schließtagen oder Betreuungszeitreduzierung keine Gebührenrückerstattung gibt. Die Beträge hatten sich oft im einstelligen Eurobereich bewegt und einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeutet.
Außerdem beschloss das Gremium, die Erhöhung der Entgelte für die Schulkindbetreuung analog zur Kindergartenbetreuung. Die Kosten für das Ganztagsmodul erhöht die Gemeinde gleichermaßen wie die anderen, obwohl sie mit Beschluss vom Februar die Betreuungszeit um eine halbe Stunde am Nachmittag gekürzt hatte. Acht Räte stimmten dagegen und hätten sich für dieses Modul eine geringere Kostenerhöhung gewünscht. Amtsleiterin Britta Hoffmann erklärte auf Nachfrage, dass der Kostendeckungsgrad der Schulkindbetreuung durch die Einnahmen bei einem Drittel liege – zwei Drittel finanziert die Gemeinde selbst.
Einstimmig nahm der Rat die Projektvorschläge des Achterrats zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung zur Prüfung. Achtklässler aller Remchinger Schulen hatten den Fraktionsvertretern im Vorfeld der Sitzung ausführlich ihre Ideen erläutert, die von einer Ü-16-Party über Trainingsgeräte auf Spielplätzen, die Nutzung der großen Fußballplätze gegen eine Miete, regelmäßige Schulaustausch-Aktionen bis hin zu einer seit Jahren als Dauerbrenner gewünschten legalen Nutzung und Erweiterung eines Bikeparks im Buchwald reichen.
jza


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