Bündnis90/Die Grünen hätten lieber Ganztagesschule gehabt
Für Bündnis90/Die Grünen haben sich Gabriele Ulrich und Klaus Fingerhut mit folgender Stellungnahme zur mehrheitlichen Ablehnung einer Ganztagesgrundschule das Schuljahr 2027/28 in der Singener Bergschule positioniert:
"In der Gemeinderatssitzung am 21.05.2026 hat Remchingen die Chance zur ganztägigen Grundschulbildung nicht ergriffen. Ab dem Schuljahr 2027/2028 hätten unsere Grundschulkinder an der Bergschule Singen zunächst an drei Tagen nachmittags nicht nur Betreuung, sondern Unterricht haben können. Die Eltern hätten künftig zwischen dem bisherigen Betreuungsangebot der Gemeinde und einem von der Bergschule ausgearbeitetem Ganztagsschulangebot wählen können. Ein Betreuungsbedarf wäre im bisherigen Umfang weiterhin abgedeckt gewesen.
Wir, die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, haben dies befürwortet, die Mehrheit des Gemeinderats nicht. Aber wie die Mehrheit des Gemeinderates haben auch wir uns konkretere Informationen zur Konzeption und deren Wirtschaftlichkeit, zu den Auswirkungen auf die Kommune und die Eltern gewünscht. Die Vorteile des Ganztagsschulkonzepts der Bergschule gerade für die Grundschulkinder hätten mehr herausgearbeitet werden können. Remchingen erfüllt zwar schon heute den Rechtsanspruch auf Ganztagsgrundschulbetreuung, allerdings wäre der Nachmittag an der Bergschule künftig nicht nur betreut, sondern beschult gewesen.
Mit der Auflösung der Werkrealschule werden Lehrerstunden frei und in der Bergschule Räume. Dies bot uns die Gelegenheit zu einem Ganztagsschulkonzept, dass mehr bietet als Vormittagsunterricht und Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenbegleitung. Heute beschäftigt die Gemeinde für die Nachmittagsbetreuung Aufsichtspersonal. Nach dem Ganztagsschulkonzept der Bergschule wären es künftig an drei Tagen ausgebildete Lehrer gewesen, die den Grundschulunterricht auch am Nachmittag fortgesetzt hätten. Heute zahlen die Eltern selbst die Nachmittagsbetreuung, nach dem Ganztagsschulkonzept der Bergschule wäre das nur noch an zwei Nachmittagen so gewesen, drei Nachmittage der Woche hätte das Land den Eltern die Kosten abgenommen.
Im Endausbau hätte sich die Ganztagsgrundschule werktags auf 8 Stunden erstreckt. Der Tag der Kinder wäre mit 8 Stunden Förderung und Bildung erfüllt. Die Einbeziehung außerschulischer Partner wäre eine Ergänzung, hängt aber von der zeitlichen Verfügbarkeit ehrenamtlich Engagierter ab. Für die Vor- und Nachmittagsstunden sind die nicht so leicht zu finden. Die Lehrkräfte der Bergschule sind hingegen vorhanden.
Eltern mit längerem Betreuungsbedarf hätten diesen auch weiterhin wie gewohnt abdecken können.
Besondere Umbaukosten für die Einrichtung der Ganztagsschule in den bestehenden Räumlichkeiten wären mit ca. 50- bis 80.000 Euro in überschaubarer Höhe entstanden, nach Aussage der Verwaltung hätte dies durch Fördergelder ausgeglichen werden können. Weitaus höhere Kosten muss die Kommune ohnehin für die Sanierung des Altbautrakts aufbringen, da das Schulgbäude nicht aufgegeben werden soll.
Die Ganztagsschule wäre ein neues Bildungsangebot, das Remchingen derzeit nicht hat. Die Schweiz und die nordischen Länder haben dieses Schulmodell schon länger, sind damit in der Pisastudie besser, haben weniger Schulabbrecher und ermöglichen jedem Kind ein Maximum an Bildung zu erreichen.
Bildung kindgerechter und anders anzubieten, ist nachhaltigere Bildung. Sie ermöglicht es den Kindern kreativer, kooperativer und innovativer zu werden und bessere Schulabschlüsse zu machen. Die vielgesuchten Fachkräfte müssen auch ausgebildet werden und die Anforderungen im Berufsleben steigen. Die Eltern würde dieses Ganztagsschulkonzept entlasten, nicht nur bei den Kosten, sondern auch beim Lernen mit den Kindern. Diese Vorteile hätten wir gerne verwirklicht!"
red

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